Die Firma Rupp verfolgt das Ziel, 3D-Betondruck massentauglich zu machen, um so das Bauen insgesamt nachhaltiger zu gestalten.
Im Sommer 2021 wurde das Pilotprojekt der Firma Rupp in Wallenhausen – das erste und größte Mehrfamilienhaus Europas aus dem 3D-Betondrucker – fertiggestellt. Für die Brüder Sebastian und Fabian Rupp aus dem bayerischen Weißenhorn stellt das Drucken von Häusern die Zukunft des Bauens dar. Gemeinsam mit Yannick Maciejewski haben sie die Rupp Gebäudedruck GmbH gegründet.
Die drei Gründer sind überzeugt: „Schon bald werden Wohn- und Geschäftsgebäude aus dem 3D-Betondrucker keine Exoten mehr sein. Der Gebäudedruck ist zwar noch eine junge Technologie, und noch ist einiges ‚learning by doing‘. Aber die Zukunft gehört dem Gebäudedruck!“ Ihr Ziel ist es, den 3D-Betondruck massentauglich zu machen, um so das Bauen insgesamt nachhaltiger zu gestalten. Sie wollen zunächst den süddeutschen Raum und Österreich erschließen, bald schon sollen aber auch Aufträge aus der Schweiz und ganz Deutschland folgen. „Durch selbstentwickelte, nachhaltige Gebäude wollen wir der Komplettanbieter für 3D-gedruckte Häuser werden und das 3D-Druckverfahren in Deutschland und Europa als sichere, hochwertige, schnelle und ökologisch sinnvolle Bauweise etablieren“, erklärt Sebastian Rupp.
Technologie für den Häuserbau noch relativ neu
Gemeinsam wollen die drei nun die Baubranche revolutionieren. Dafür werden sie sich einen eigenen Betondrucker anschaffen. „Für das Politprojekt in Wallenhausen kam noch ein Leihdrucker der Firma PERI zum Einsatz, ein COBOD BOD2. So einen kaufen wir nun“, erklärt Maciejewski. Die Kosten für so ein Gerät liegen etwa im oberen sechsstelligen Bereich – keine Kleinigkeit für ein Start-up. Unter anderem für weitere Drucker suchen die drei Jungunternehmer noch Investoren. Aber auch, „um nun vom Start-up zu einem erfolgreichen, soliden Unternehmen zu werden und das Unternehmen so zu skalieren, dass wir die große Anzahl vielversprechender Anfragen in bezahlte Aufträge umwandeln zu können“, so der Geschäftsführer Yannick Maciejewski.
Um die Auslastung des neuen 3D-Betondruckers machen sich die Rupp-Brüder und ihr Kompagnon keine Sorgen, denn die Nachfrage ist bereits heute groß. Dennoch werden sie zu Beginn des neuen Jahres einen Haus-Katalog mit exklusiven Entwürfen ausgewählter Architekten herausbringen. „Darin wollen wir zeigen, was mit dem 3D-Druck alles möglich ist und was es kostet“, sagt Fabian Rupp. Bis es soweit ist und Rupp Gebäudedruck Häuser aus dem Katalog verkauft, beginnt das Unternehmen erst einmal mit dem Druck eines Ein-, eines Mehrfamilienhauses und eines öffentlichen Gebäudes in Deutschland. Außerdem können mit dem neuen Drucker auf dem Firmengelände in Weißenhorn Fertigteile vorproduziert werden. „Mit dem 3D-Druckverfahren werden wir neue Märkte erschließen, aber der Drucker wird den konventionellen Bau nicht so schnell verdrängen“, so der Meister im Maurer- und Betonbauerhandwerk.