Zum Hauptinhalt springen

Digitalisierung am Bau
Schwieriger Start für BIM

Das Trendthema Building Information Modelling (BIM) etabliert sich nur schleppend, obwohl es viele Vorteile mit sich bringt.

Um die Gründe für den schwierigen Start herauszufinden, hat das Marktforschungsinstitut BauInfoConsult eine Umfrage durchgeführt. Es wurde deutlich, dass insbesondere die hohen Anfangskosten abschreckend wirken. In der Bauwirtschaft ist BIM eine willkommene Innovation. Digitales Planen und Bauen soll Kostenexplosionen und Zeit sparen, indem diese beiden Kriterien bereits von Anfang an in die Planung einbezogen werden. Gebäude werden mithilfe von BIM entworfen, modelliert, optimiert, gebaut und betrieben. Im Gegensatz zum klassischen Zeichnen werden hier die Auswirkungen auf alle Dimensionen abgebildet. So kann bereits der komplette Lebenszyklus eines Gebäudes in der Planungsphase aufgezeigt werden.

BIM trotz aller Vorteile noch immer eher Nischenphänomen

Viele Betriebe scheuen die Umstellung auf BIM, obwohl die Vorteile deutlich auf der Hand liegen. Das Marktforschungsinstitut BauInfoConsult hat mehr als 300 mitarbeiterstarke Planungbüros und Verarbeiter nach ihren Erfahrungen und Erwartungen gefragt.

Zwar konnte das gesamte Potential des neuen Konzepts von 46 Prozent der Befragten noch nicht komplett umrissen werden, doch nur 13 Prozent gaben an, dass Ihnen BIM komplett unklar sei. Nur fünf Prozent der Befragungsteilnehmer halten BIM für zu komplex und vier Prozent stufen den Austausch der BIM-Daten zwischen den Beteiligten am Bauprozess kritisch ein.

Kosten und Schulungsbedarf sind die größten Hindernisse

Dass sich BIM noch nicht wie gewünscht etablieren konnte, liegt insbesondere am erforderlichen Schulungsbedarf und an der Scheu vor hohen Anfangskosten. Jeweils 56 Prozent der Befragungsteilnehmer sahen darin die größten Hindernisse. Für 20 Prozent der Befragten lag es auf der Hand, dass die Einführung von BIM insgesamt einen kulturellen Wandel im Betrieb erfordert. Diese Vermutung wird auch durch die bisherigen Erfahrungen der Planer bestärkt. Diese benötigten ein gutes Jahr für die Einführung, wobei alle bisherigen Prozesse parallel fortgesetzt werden mussten. Ein hoher Aufwand, der in den Zeiten der boomenden Baukonjunktur nur schwer umzusetzen ist.

Mehr Attraktivität ist der Schlüssel zum Erfolg

Um das Trendthema BIM erfolgreicher zu machen, sind Baustoff-Hersteller und Software-Industrie gut damit beraten, Schulungen und Unterstützung für die Einführung von BIM anzubieten. Für die Etablierung von BIM ist der weitere Aufbau von gut definierten Objektdaten und die Gewinnung von weiteren teilnehmenden Herstellern nach Angabe der Befragten ausschlaggebend. Das gilt genauso für die bisherigen Anbieter wie auch für die gesamte Branche. Bemängelt wurden in der Befragung auch das bisher nicht ausreichende Angebot und das Fehlen einer allgemeinen Plattform, beziehungsweise Bibliothek für BIM-Informationen.

Schwieriger Start für BIM

Schwieriger Start für BIM (Bild: Smileus/stock.adobe.com)

Diesen Artikel teilen
Anzeige
Gratis Probeheft bestellen!