Bauaufsichtliche Verfahren sollen konsequent nach einheitlichen Standards digitalisiert werden.
Im Rahmen eines Pilotprojektes zur Digitalisierung wird das Sächsische Staatsministerium des Inneren ausloten, wie in Zukunft Baugenehmigungsverfahren digitalisiert und online angeboten werden können.
Für dieses Vorhaben wurde vom Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller und den Projektbeteiligten (Landkreis Leipzig, Städte Leipzig, Chemnitz und Zittau, der Sächsische Städte- und Gemeindetag, die Ingenieurkammer Sachsen, die Architektenkammer Sachsen, die Landesvereinigung der Prüfingenieure für Bautechnik in Sachsen und die Sächsische Anstalt für kommunale Datenverarbeitung) bereits eine Absichtserklärung unterschrieben.
In zwei Schritten zur Digitalisierung
Die Umsetzung des Pilotprojekts ist in zwei Schritten geplant. Beginnend mit dem Projekt „Machbarkeitsstudie“ im ersten Halbjahr 2019, wird das Projekt „Prototyping“ darauf folgen. Die Ergebnisse des Pilotprojektes sollen bis 2020/2021 vorliegen und darüber Aufschluss geben, unter welchen rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen sowie in welchen Schritten eine Bauaufsichtsbehörde digitale Baugenehmigungsverfahren einführen kann.
„Mit dem Pilotprojekt zur Digitalisierung in der sächsischen Bauverwaltung starten Freistaat und Kommunen ein erstes konkretes Fachprojekt zur Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes. Damit knüpfen wie an die bereits seit vielen Jahren gelebte Tradition an, das Thema Digitalisierung im gemeinsamen Zusammenwirken voranzubringen. Ein separates Agieren der Verwaltungsebenen ist nicht mehr zeitgemäß und kann den Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft nicht standhalten“, weiß Landrat Arndt Steinbach, Vizepräsident des Städtischen Landkreistages.
Architekten und Planer unterstützen Projekt
In den Gremien zur Einführung von Building Information Modeling (BIM) sind die sächsischen Ingenieure und Architekten maßgeblich vertreten. Sie unterstützen das Vorhaben und möchten den Prozess gern proaktiv begleiten. Für Planungsbüros ergibt sich damit eine erhebliche Entlastung. Prozesse würden beschleunigt und transparenter gemacht. Planer hätten damit die Möglichkeit, sich stärker auf das Wesentliche zu konzentrieren und Planung und Umsetzung von Bauvorhaben künftig innovativer, nachhaltiger und qualitativ hochwertiger zu gestalten.
Das Staatsministerium richtet für die beratende Begleitung des Pilotprojektes einen Lenkungsausschuss unter seinem Vorsitz ein.