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Positionspapier von Digitalisierungs-Initiativen
Runder Tisch für Harmonisierung

Öffentliche und private Initiativen tauschen sich beim Roundtable über ihre ersten Erfahrungen mit BIM aus.

Wie kann der absprachelose, standardisierte Austausch digitaler Daten über Immobilien reibungslos gelingen? Eine Vereinfachung würde die Akzeptanz von BIM bei Firmen erhöhen, die an Planung, Realisierung und Betrieb intelligenter Gebäuden beteiligt sind.

Um das damit verbundene Potential für die beteiligten Branchen herauszuarbeiten, trafen sich Vertreter von BTGA, buildingSMART, CAFM RING, Facility Management Austria, GEFMA, Planen-Bauen 4.0 und RealFM zum zweiten BIM-Roundtable. Ziel des Gesprächs: BIM soll einfacher werden. Dafür ist geplant, die Initiativen der einzelnen Verbände zu harmonisieren. Das soll den Wissenstransfer fördern und den involvierten Branchen mehr Orientierung und Verlässlichkeit geben.

Mit einem Positionspapier soll die Anwendung von BIM einfacher und pragmatischer werden.

  1. Die Standardisierungsarbeiten auf internationaler und europäischer Ebene bei ISO und CEN sowie auf nationaler Ebene bei ASI, VDI, DIN und buildingSMART bieten bereits hinreichende Orientierung, um in großen wie auch kleinen Projekten und Objekten BIM-Methoden zu verwenden, Erfahrungen zu sammeln und in eine agile BIM-Entwicklung einzutreten.
     
  2. Ein wesentliches Merkmal für den Nutzen von Building Information Modeling ist der standardisierte und absprachefreie Austausch von digitalen Daten über Flächen, technische Anlagen und Dokumenten zwischen organisationsinternen Beteiligten sowie zwischen Vertragspartnern. Der Standard Industry Foundation Classes (IFC) bietet dazu die international übergreifende Grundlage. Den Teilnehmern ist bewusst, dass es den einen Standard in absehbarer Zeit nicht geben wird. Im Sinn von Open BIM und IFC wird eine Harmonisierung der vorhandenen Initiativen angestrebt. Der BIM-Roundtable wird die Plattform für BIM im Gebäudebetrieb sein. Deshalb sollen weitere Initiativen zur Zusammenarbeit gewonnen werden.
     
  3. Die Initiativen werden ausschließlich neutrale und herstellerunabhängige Schnittstellen, basierend auf den IFC, für den Datenaustausch nutzen. Diese sollen dadurch unterstützt und ausgebaut werden. Zunächst werden drei ausgewählte BIM-Profile zur Verfügung gestellt, mittels derer ein digitaler Datenaustausch unternehmensübergreifend, fallbezogen und absprachelos erprobt werden kann.
     
  4. BIM-Methoden und -Modelle sollen zum wesentlichen Element des digitalen Transformationsprozesses in der Immobilienwirtschaft beitragen. Um ihren Einsatz zu fördern, will sich die verbandsübergreifende Plattform BIM im Gebäudebetrieb auch für den Wissenstransfer einsetzen. Als Basis dafür sollen die Innovationsforen Bauen 4.0 der Initiative Planen-Bauen 4.0 mit Beispielen aus der Praxis unterstützt werden.
     
  5. Für den BIM-Roundtable erschließen sich aus der Harmonisierung und Standardisierung zahlreiche Nutzen für die Anwender:
    a. Höhere Vertragssicherheit in der unternehmensübergreifenden (kollaborativen) Zusammenarbeit durch einheitliches Begriffs- und Leistungsverständnis
    b. Höhere Rechtskonformität gegenüber Vorgaben zum Arbeitsschutz und Betreiberpflichten
    c. Reduzierung von Haftungsrisiken
    d. Reduzierung der Aufwendungen für Datenerfassung und -pflege
    e. Ermöglichung des Einsatzes neuer Technologien wie IoT, etwa für eine prädiktive Instandhaltung
    f. Wettbewerbsvorteile durch Organisations- und Prozessautomatisierungen
    g. Reibungslose und aufwandsarme Datenübertragung bei FM-Dienstleisterwechsel oder Immobilientransaktionen
     
  6. Für die am phasenübergreifenden Lebenszyklus von Immobilien beteiligten Branchen erschließt sich dadurch dieser Nutzen:
    a. Höhere Vertragssicherheit bei Übergabe/Übernahme (Kauf und Verkauf) von Immobilien
    b. Höhere Rechtskonformität gegenüber Vorgaben zum Arbeitsschutz und zu Betreiberpflichten
    c. Wertsteigerungen durch eine validierte Dokumentation
    d. Erfüllung der Betreiberverantwortung am Inbetriebnahmetag
    e. Reduzierung von Haftungsrisiken
    f. Reduzierung der Aufwände für Datenerfassung und -pflege

Das Positionspapier wurde unterschrieben von Michael Kluge, Planen-Bauen 4.0; Thomas Liebich, buildingSMART; Ulrich Glauche, GEFMA/VDI; Matthias Mosig, GEFMA; Karin Albert, RealFM; Clemens Schickel, BTGA; Doris Bele, FMA; Klaus Aengenvoort, Uwe Forgber, Jan Schipper, CAFM RING; Ralf Golinski.

Hintergrund

Die Plattform BIM im Gebäudebetrieb ist eine verbandsübergreifende Initiative für den deutschsprachigen Markt. Die Teilnehmer wollen den Nutzen von Building Information Modeling pragmatisch, verständlich und schneller zugänglich machen. Der Wissenstransfer soll gefördert werden. Dazu setzt man auf die IFC-Basis für die Harmonisierung von Maßnahmen zur Standardisierung des digitalen Daten-, Prozess- und Vertragsmanagements. Das Ziel ist der absprachelose Austausch relevanter Daten und Formulare zwischen den Branchenteilnehmern und ihren Anwendern.

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