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Koalitionsvertrag: 9 Zeilen BIM

2015 erklärte Bundesminister Dobrindt die BIM-Methodik zum Modell der Zukunft. Im aktuellen Koalitionsvertrag wird die Zukunft auf gerade mal neun Zeilen Text abgehandelt.

Im Dezember 2015 stellte Alexander Dobrindt, damals Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, den Stufenplan Digitales Bauen und Planen vor. In seinem Plan formulierte Dobrindt ehrgeizige Ziele:

"Wir starten eine Offensive zur Digitalisierung der Baubranche. Mit modernsten digitalen Methoden sollen Bauprojekte effizienter und im Zeit- und Kostenrahmen realisiert werden. Wir werden Planen und Bauen mit BIM für unsere Infrastrukturprojekte ab 2020 verbindlich machen. Mit Pilotprojekten optimieren wir den Einsatz dieser Planungsmethoden. Das ist eine Modernisierungsoffensive für die weltweit tätige deutsche Bauindustrie."

Der Dobrindt-Plan enthält konkrete Vorgaben. Bis 2017 lief die Vorbereitungsphase für die BIM-Einführung in Deutschland. Daran schließt sich bis 2020 die Pilotphase an. Ab 2020 soll BIM bei allen neu zu planenden Projekten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eingesetzt werden.

Im Koalitionsvertrag vom 7. Februar 2018 bleiben die Parteien CDU, CSU und SPD zurückhaltender.

Im gesamten Text befassen sich die Koalitionäre auf gerade mal neun Zeilen mit BIM. In 573 Zeichen (von 490.698 Zeichen Gesamtlänge des Vertrags) gibt die Koalition zwei ebenso knappe wie vage Absichtserklärungen zu Protokoll.

 

 

Zeilen 3441 bis 3444:

Die digitale Planungsmethode "Building Information Modeling" (BIM) reduziert Kosten und minimiert die Risiken von Kosten- und Terminüberschreitungen. Deshalb werden wir die BIM baldmöglichst bei allen neu zu planenden Verkehrsinfrastrukturprojekten zur Anwendung bringen.

 

 

 

Zeilen 5438 bis 5442:

Wir wollen die Digitalisierung des Planens und Bauens in der gesamten Wertschöpfungskette Bau vorantreiben und dabei die Interessen des Mittelstands und kleinerer Planungsbüros berücksichtigen. Dazu gehört die Weiterentwicklung des Building Information Modelling (BIM) für alle Planungs- und Baudisziplinen. Bei Baumaßnahmen des Bundes wollen wir BIM verstärkt zum Einsatz bringen.

 

Als Zeitpunkt der verbindlichen Einführung von BIM bei Infrastrukturprojekten wird keine Jahreszahl genannt. Der Dobrindt-Plan legte sich auf das Jahr 2020 fest. Der Koalitionsvertrag spricht nur noch von "baldmöglichst".

Auf der letzten Seite des Vertrags haben die Koalitionäre eine handfeste Überraschung versteckt. Unter dem Punkt Ressortverteilung ist zu lesen:

Die CDU, CSU stellt die Leitung folgender Ministerien: Innen, Bau und Heimat (CSU)

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit muss demnach die Verantwortlichkeiten für die Bau- und Wohnungspolitik an das Innenministerium abgeben. Wenn Horst Seehofer (CSU) erwartungsgemäß zum Minister ernannt wird, steht er einem Innenministerium mit angegliedertem Bauressort vor.

Seit 1949 unterhielt die Bundesrepublik ein Bauministerium. Die Große Koalition 2018 sieht dafür keine Notwendigkeit mehr – trotz immer größerer Wohnungsnot.

 

(Bild: frittipix/stock.adobe.com)

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