Katerra, ein Bauunternehmen in Kalifornien, das die Industrialisierung des Bausektors anstrebt, erhält Investitionen in Höhe von rund 865 Mio. US-Dollar.
Das Geld stammt von der japanischen Internet- und Telekommunikations-Holding Softbank Group Corp., vom Canada Pension Plan sowie vom Soros Fund Management. Seit seiner Gründung im Jahr 2015 hat das Start-up insgesamt 1,3 Milliarden Dollar für Neubauten in den Bereichen Mehrfamilien-, Studenten- und Seniorenwohnungen sowie im Gastgewerbe sammeln können.
Kein typisches Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley
Die Firma ist spezialisiert auf Baukonstruktionen und entsprechende Prozesse. Mithilfe neuster Technologien möchte man laut eigenen Angaben die Bauwirtschaft grundlegend neu definieren. Sämtliche Bauprozesse sollen nach dem Vorbild der Elektronik- oder auch Automobilindustrie produktiver gestaltet werden.
In diesem Bereich hinke die Baubranche anderen Branchen deutlich hinterher, kommentierte einer der neuen Investoren. „Die Bauindustrie ist reif für digitale Disruptionen", sagte Michael Marks, Vorsitzender und Mitbegründer von Katerra.
Das Unternehmen übernimmt den Bau komplett selbst. Damit besser, schneller und kostengünstiger gebaut werden kann, nutzt das Start-up Building-Information-Modeling(BIM)-Tools sowie eine eigene Software-Plattform. Der Einsatz dieser Instrumente führt zu Zeit- und Kosteneinsparungen bei der Bauentwicklung und -konstruktion.
Bauprojekt soll wie eine Massenproduktion funktionieren
Ein durchgängig verantwortliches Team liefert dem Kunden nach Vorbild der Massenproduktion alles – angefangen von der Architektur, über die Materialauswahl und -beschaffung bis hin zum Bau selbst. Die BIM-Tools und das Computerdesign sollen dazu direkt mit der globalen Supply-Chain-Infrastruktur verbunden werden.
Das führt zur Vereinfachung der Materialbestellung, Fertigung, Verfolgung und Lieferung. Baustellen und Fabriken sollen besser miteinander verknüpft und einbaufertige Bauteile just-in-time auf die Baustellen geliefert werden. Unter Berücksichtigung der Designwünsche von Kunden möchte man durch Produktstandardisierungen die Herstellung steigern.
Zusätzlich beabsichtigt Katerra innerhalb der Lieferkette Zwischenhändler zu entfernen, um diese Einsparungen direkt an den Kunden weiterzugeben. In Phoenix, Arizona, befindet sich eine Produktionsanlage von Katerra. Eine weitere für die Massenproduktion von Bauholz soll in Spokane (Washington) eröffnen.
Einen Haken hat die ganze Sache allerdings noch: Wie die New York Times berichtet, sei das Bau-Start-up noch nicht profitabel. Es fahre sogar Verluste ein. Der Katerra-Vorsitzende rechnet jedoch damit, den Break-Even 2019 erreichen zu können.