BFW-Umfrage: Immobilienunternehmen müssen in Digitalisierung investieren, um nicht den Anschluss zu verlieren.
BFW-Präsident Andreas Ibel stellte Ende August 2018 die Ergebnisse der Studie „Das Digitalisierungsparadoxon“ vor. Beim Thema Digitalisierung gebe es keinen Königsweg. Je länger man mit den notwendigen Investitionen warte, desto größer werden die Investitionskosten und -risiken. Daher müssen Unternehmen jetzt mit dem Aufbau von internem digitalen Know-how beginnen, appellierte Andreas Ibel an die mittelständische Immobilienbranche.
Große Erwartungen
Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit dem BFW-Digitalisierungsbeirat erstellt, vertreten durch Andreas Beulich (BFW), Dr. Thomas Götzen (Interboden) und Raymon Deblitz (T-Systems).
„Abgesehen von einer kleinen Gruppe digitaler „Frontrunner“ haben die meisten Unternehmen erst digitale Grundlagen umgesetzt“, so Ibel. Hohe Kosten, Zeitmangel und fehlendes Fachpersonal benannten die Unternehmen als die größten Hürden. Derzeit möchten 77 Prozent der Firmen dennoch keine zusätzlichen Mitarbeiter einstellen, 54 Prozent verfügen über keinen Umsetzungsplan für die Digitalisierung. In diesem Bereich sind die Budgets für Investitionen ebenfalls gering.
„Die Umfrage ergibt, dass die Unternehmen große Erwartungen an die Digitalisierung haben. Sie investieren aber noch zu wenig in eigene Spezialisten und in die notwendigen Technologien. So können die vorhandenen Potentiale nicht erkannt und genutzt werden“, fasst der BFW-Präsident zusammen.
Verkanntes Potenzial
„Die Umsetzung der Digitalisierung in der Immobilienbranche ist von Widersprüchen geprägt. Die Unternehmen drohen sich selbst auszubremsen. Dabei verkennt die Mehrheit das große Potenzial, das die Digitalisierung für das Entwickeln neuer Geschäftsmodelle bietet“, so Ibel weiter. Durch die Digitalisierung lassen sich keine neuen Geschäftsfelder erschließen – davon sind 70 Prozent der Verwalter und Bestandshalter sowie 56 Prozent der Bauträger und Projektentwickler überzeugt.
Ein stärkerer Austausch mit weiteren Immobilienunternehmen und anderen Branchen, die sich als digitale Vorreiter hervorgetan haben, sei laut Ibel erforderlich. „Vor allem aber brauchen wir eine neue Fehlerkultur und Mut zur Veränderung! Nur so können wir die notwendigen Veränderungen in Angriff nehmen, bevor wir durch äußere Umstände dazu gezwungen werden.“