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Forschungsprojekt
Genehmigung schneller mit BIM

Das Genehmigungsverfahren bei Bauanträgen ist langwierig. Ein neues Projekt will das Verfahren durch Einbezug BIM-basierter Unterlagen nun vereinfachen.

Der Bedarf an Wohnraum in Ballungsgebieten wächst stetig und somit auch die Zahl der Bauanträge. Bisher werden diese in langwierigen Verfahren manuell geprüft. Um die Situation zu entschärfen und die Mitarbeiter zu entlasten, wurde nun das Projekt „BIM-basierter Bauantrag“   ins Leben gerufen. Geprüft wird, inwieweit BIM-basierte Ansätze Abhilfe schaffen könnten.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung fördert das Projekt für zwei Jahre mit rund 278.000 Euro. Geleitet wird es von der nationalen Plattformgesellschaft „Planen Bauen 4.0“. Mit dabei sind das Team von Prof. Dr. Markus König vom Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen an der Ruhr-Universität in Bochum und der Landesbetrieb Geoinformation und der Vermessung der Stadt Hamburg.

Schnellere Bearbeitung, transparenter Datenaustausch

Mithilfe BIM-basierter Bauunterlagen könnten Bauanträge zukünftig schneller bearbeitet werden. Bauprojekte würden vor ihrer Umsetzung bereits komplett virtuell durchgespielt. Neben der Konstruktion eines digitalen Modells des entstehenden Bauwerks würden alle für dessen Lebenszyklus relevanten Daten erfasst und transparent zwischen den Baubeteiligten ausgetauscht.

Zielsetzung des Projektes ist es, zu analysieren, wie sich BIM-Modelle in die behördlichen Antragsverfahren einbinden lassen. Beleuchtet werden sollen die sich daraus ergebenden Herausforderungen und Mehrwerte sowie der voraussichtliche Effizienzgewinn. Ganz konkret werden außerdem in Kooperation mit allen relevanten Berufsverbänden der Bauantragsteller Vorgaben für digitale Modelle erarbeitet.

Für die Baubehörde ergibt sich durch ein digitales Verfahren mehr Zeit für Beratung und Bastellenbegehungen. Es wäre nicht nur eine Verfahrenskürzung, sondern zusätzlich eine Qualitätssteigerung möglich.

Vorbild Singapur

Bereits seit 2002 ist es in Singapur möglich, Bauanträge inklusive BIM-basierter Unterlagen einzureichen. Wie groß die Auswirkungen auf die Prüfungsdauer des Antrags sind, wird im direkten Vergleich deutlich. Bisher dauert das Verfahren in Deutschland 96 Tage, in Österreich sogar 192 Tage und in Singapur nur 26 Tage.
Am Ende des Projektes soll ein konkretes Konzept vorliegen, welches als Grundlage für ein bundesweit einheitliches Bauantragsverfahren auf BIM-Basis dienen könnte.

(Bild: Thomas Reimer/stock.adobe.com)

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