Die Baubranche bekommt nach Jahren des Immobilienbooms rauere Zeiten zu spüren. Das Statistische Bundesamt meldete für August 2022 einen preisbereinigten Rückgang des Umsatzes im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Juli von 5,1 %. Verglichen mit dem August 2021 gingen die Aufträge sogar um 15,6 % zurück.
Zum Bauhauptgewerbe gehören Straßenbau, Hoch- und Tiefbau. Die steil ansteigenden Zinsen und die hohe Inflation bremsen den Bauboom der letzten Jahre aus. Die Folge: Die Nachfrage nach Baumaterialien geht deutlich zurück.
Umsatz und Auftragseingang im August rückläufig
„Für die ersten acht Monate sind wir mittlerweile bei einem realen Minus von 4,3 %. Wir sehen uns daher gezwungen, unsere Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2022 vom Mai anzupassen. Zur Jahresmitte sind wir (für alle Betriebe) noch von einer Spannbreite von real 0 bis - 2 % ausgegangen. Dies ist nicht mehr zu halten. Wir erwarten nun für das Gesamtjahr 2022 einen realen Umsatzrückgang von fünf Prozent“, erklärt der Präsident des Hauptverbands der deutschen Bauindustrie (HDB), Peter Hübner.
Die Auftragszahlen seien keine guten Vorzeichen für das laufende Jahr, so Hübner weiter. Im Wohnungsbau spüre man de facto schon eine Investitionsbremse - der Auftragseingang sei hier im August preisbereinigt um 24 % eingebrochen. "Wir befürchten, dass nun auch die öffentliche Hand bei den Bauinvestitionen sparen wird", sagte er. Grund für den Rückgang der Nachfrage sind die hohen Preise für Energie und Materialien sowie der Anstieg der Zinsen.
HDB senkt Umsatzprognose für 2022
Vor allem im Wohnungsbau kommen laut Statistischem Bundesamt deutlich weniger Aufträge rein. „Mit großer Sorge sehen wir einen zunehmenden Einbruch der Auftragseingänge im Wohnungsbau", kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) Felix Pakleppa die aktuellen Meldungen das Statistischen Bundesamtes zur Konjunkturentwicklung im Bauhauptgewerbe zum August 2022.
Pakleppa weiter: „Es zeigt sich immer deutlicher, dass der politische Anspruch, im Jahr 400.000 Wohnungen zu errichten, nicht aufgehen wird. Der Wohnungsbau braucht jetzt dringend die avisierte Gaspreisbremse. Der Druck der Materialpreisentwicklung auf die Baupreise muss reduziert werden. Daher ist die Baustoffindustrie schnellstmöglich auf die Entlastungen angewiesen." So ließe sich der llgemeine Preisdruck reduzieren.