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Umfrage
Corona: Existenzielle Sorgen bei Architekten und Ingenieuren

Umfrage von BAK und BIngK zeigt düstere Aussichten ab August 2020

Vom 6. bis 14. April 2020 nahmen mehr als 6.000 Architekten und 3.000 Ingenieure an einer Online-Umfrage teil. Organisiert wurde sie vom Marktforschungsunternehmen Reiß & Hommerich im gemeinsamen Auftrag von Bundesingenieurkammer (BIngK) und Bundesarchitektenkammer (BAK). In die Datenanalyse flossen Angaben von 9.226 Befragten (6.013 Architekten und 3.213 Ingenieure) ein.

Architekten

Mehr als drei Viertel der Befragten Architekten spüren bereits die Folgen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19, ein Drittel sogar deutlich negative. Die meistgenannten Probleme stellen abgesagte oder zurückgestellte Aufträge dar (52%), Verzögerungen im Genehmigungsprozess durch eine unterbesetzte öffentliche Verwaltung (41%) sowie Störungen auf der Baustelle (34%).

Ingenieure

Die Mehrheit der Ingenieurbüros (75%) verzeichnen negative Auswirkungen der Corona-Epidemie. Während sich kleine Ingenieurbüros häufiger mit akuten Liquiditätsproblemen konfrontiert sehen, geben mittelgroße und größere Büros häufiger an, nicht mehr ausgelastet zu sein. Die meistgenannten Folgen der Coronakrise sind abgesagte oder zurückgestellte Aufträge (46%), Verzögerungen im Genehmigungsprozess durch eine unterbesetzte öffentliche Verwaltung (33%) sowie Verzögerungen auf der Baustelle durch längere Lieferzeiten (25%), Personalengpässe der ausführenden Unternehmen (25%) oder die Umsetzung von Hygienevorschriften auf der Baustelle (20%).

Ausblick auf 2. Halbjahr 2020

Ab dem 2. Halbjahr 2020 rechnen Architekten und Ingenieure mit einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und finanziellen Einbußen. Innenarchitekten sind jetzt schon am stärksten betroffen.

Die Wertschöpfungskette Bau ist mit 2,5 Millionen Erwerbstätigen ähnlich groß wie die Pflegebranche und größer als die Autoindustrie und die zentrale Branche, um Investitionsprojekte umzusetzen.

Bundesarchitektenkammer und Bundesingenieurkammer unterstützen die Bundesregierung, sichere Strategien im Umgang mit der Coronakrise zu erarbeiten. Aus Sicht von BIngK und BAK sollten folgende Maßnahmen für die planenden Berufe im Vordergrund stehen:

  • Unterstützung der kommunalen Bauverwaltungen, um deren Funktionsfähigkeit zu sichern, damit vor allem Genehmigungsverfahren weiterbearbeitet werden können.
  • Anpassungen der Hilfspakete für die planenden Berufe sowie eine Verlängerung von Förderungen, Zuschussprogrammen und Entlastungen bei den Steuervorauszahlungen über die folgenden Monate hinaus.
  • Großzügige Bewilligung von Steuerstundungen und Absenkungen der Vorauszahlungen durch die Finanzbehörden über das 2. Quartal 2020 hinaus. Der Gesetzgeber sollte großzügigere Verlustverrechnungsmöglichkeiten beschließen, so dass Verluste in diesem Krisenjahr mit Gewinnen aus Vorjahren verrechnet werden können.
  • Abfederung coronabedingter Finanzierungsprobleme privater Bauherren, damit sich Bauprojekte nicht verzögern oder verhindert werden.
  • Weiterhin eine Ausrichtung der Sicherheits- und Hygienebestimmungen auf die Betriebsfähigkeit von Baustellen.
  • Vergabeverfahren müssen hinsichtlich einer europaweiten Umsetzung überprüft werden und ggfls. vorübergehend vereinfacht werden.
  • Umsetzung geeigneter digitale Abstimmungsformate für Wettbewerbs- und Partizipationsverfahren.

Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage für Architekten finden Sie als PDF auf der Website der Bundesarchitektenkammer und für Ingenieure auf der Website der Bundesingenieurkammer.

Umfrage von BAK und BIngK

(Bild: Reiß & Hommerich/BAK)

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