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Anbieter vor neuen Herausforderungen
CAFM-Orientierungshilfen

Vier unterschiedliche Zertifikate bringen Transparenz und Vergleichsmöglichkeiten im deutschsprachigen CAFM-Markt.

Bei der Neubeschaffung von CAFM fällt es schwer, sich einen Überblick über die Leistungsstärke der zahlreichen Anbieter und ihrer Produkte zu verschaffen. Eigentümer, Betreiber sowie Dienstleister sind auf ein optimiertes und intelligentes Datenmanagement von Immobilien und technischen Anlagen angewiesen.

Zum Bestandteil ihrer Digitalisierungsstrategie gehört die Unterstützung ihrer Managementprozesse durch eine leistungsstarke und insbesondere zukunftsweisende IT. Die CAFM-Systeme werden den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht. Sie sind seit bereits 15 Jahren oder mehr im Einsatz. Im CAFM-Markt herrscht laut Marktkennern eine überdurchschnittlich große Nachfrage und Wechselbereitschaft.

Die wohl umfassendste deutschsprachige Marktübersicht für CAFM-Software, GEFMA 940, listete in ihrer diesjährigen Ausgabe 36 CAFM-Produkte auf. Bei gezielter Internetrecherche findet man jedoch über 60 verschiedene Anbieter. Bei der individuellen Suche nach dem geeignetsten Produkt helfen Zertifikate mit ihren verschiedenen Leistungskriterien.

Bild: Verdantix

Verdantix identifiziert internationale Leader

Der Benchmark für CAFM und Integrated Workplace Management Systeme (IWMS) von Verdantix (ehemals Gartner) ist in D-A-CH weniger bekannt. Bei Verdantix handelt es sich um ein unabhängiges Forschungs- und Beratungsunternehmen mit Fokus auf innovative Technologien, die den Geschäftsbetrieb optimieren. Bewertet werden 14 international führende Anbieter inklusive ihrer Plattformen nach 71 Kriterien. Dazu zählen Bereiche wie Immobilien-Portfolio-Management, Instandhaltungs-Management und bis zu 40 Kriterien, die sich auf die Erfolgsfaktoren des Anbieters beziehen (Anzahl der Bereitstellungen, Produktstrategie etc.).

In der Jury sitzen 19 Immobilien- und Facility-Management-Direktoren. Sie veröffentlichen wiederkehrend nach einem sechsmonatigen Forschungsprozess ihren Report. Beantwortet werden u. a. folgende Fragen: Was sind die wichtigsten Vorteile für Kunden, die in Immobilien- und Facility-Management-Anwendungen investieren oder die Immobilien-IT mit einer IWMS-Plattform rationalisieren möchten? Wie können die Innovationen der Anbieter in diesem Sektor und deren Entwicklungspläne sorgfältig geprüft werden?

Im jüngsten Benchmark schafften es nur zwei CAFM- bzw. sieben IT-Anbieter in den Leader Quadrant, dem sogenannten Green Quadrant. Darunter auch bekannte Firmen wie die Systems, IBM, Trimble oder Archibus. Die Saarbrücker Archibus Solutions Centers Germany GmbH stellt dem deutschsprachigen Markt IT und Consulting zur Verfügung. Der ausführliche Report ist hier verfügbar: verdantix.com.

Bild: GEFMA

GEFMA 444 mit 15 Kriterienkatalogen

Das Zertifikat nach GEFMA Richtlinie 444 prüft CAFM-Produkte nach zum Teil vergleichbaren Kriterien mit insgesamt 15 Katalogen, falls mit dem Green Quadrant auch Vergleiche in Bereichen wie Real-Estate-, Leasing- und Portfolio-Management, Capital Project Management, Facility-Management, Arbeitsplatzdienstleistungen, Asset-, Wartungs- und Instandhaltungs- oder Energie- und Nachhaltigkeits-Management bereitgestellt werden.

Der Basiskatalog enthält Flächen-, Instandhaltungs-, Inventar-, Reinigungs-, Reservierungs-, Schließanlagen-, Umzugs-, Vermietungs- und Umweltschutzmanagement, Energiecontrolling, Sicherheit und Arbeitsschutz, Help- und Service-Desk, Budgetmanagement und Kostenverfolgung sowie die BIM-Datenverarbeitung. Das GEFMA-Zertifikat gilt für die konkret geprüfte Version einer Software für zwei Jahre. Nach eigenen Angaben dokumentiert es die Einhaltung von Mindeststandards der geprüften Anwendungsfunktionalitäten. Zur Übersicht: gefma.de

Bild: CAFM

Das CAFM-RING-Aufnahmezertifikat

Das Aufnahmezertifikat des Verbandes für die Digitalisierung im Immobilienbetrieb, CAFM RING e. V., bezieht sich vor allem auf den Anbieter selbst. Das GEFMA-Zertifikat und das CAFM-RING-Aufnahmezertifikat ergänzen sich komplementär.

Eine Mitgliedschaft können Firmen und Einzelpersonen der CAFM-Branche sowie FM-Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen aus der Wertschöpfungskette rund um Immobilienobjekte erwerben. Sie müssen allerdings über ausreichende Erfahrung und eine einwandfreie Reputation am Markt verfügen sowie verschiedenen Aufnahmekriterien erfüllen. Sie benötigen u. a. eine ausreichende Anzahl qualifizierter und festangestellter Vollzeitmitarbeiter, die über gutes Know-how in den Bereichen allgemeine IT/Datenbanken, Netzwerke, Betriebssysteme, Consulting und Customizing sowie Projektabwicklung verfügen.

Darüber hinaus müssen sie die Besonderheiten FM-spezifischer Prozesse verstehen und diese analysieren und bewerten können. Die Aufnahmebedingungen des RING sind hier einsehbar: cafmring.de

Bild: CAFM

Das CAFM-Connect-Zertifikat

Das CAFM-Connect-Zertifikat prüft die CAFM-Software auf das IFC-basierende Austauschformat relevanter digitaler Daten aus Sicht des Gebäudebetriebs und des Facility-Managements.

Besonders in Deutschland ist die Anwendung von CAFM-Connect verbreitet. Zunehmend wurde es zum Kriterium in Ausschreibungen. Die Vergabe erfolgte jedoch bisher selten.. Es gilt für digitale Daten von Flächen, technischen Anlagen und Dokumenten.

Ziel des Zertifikats ist es, den Aufwand für den Datentransfer zu reduzieren und bessere Voraussetzungen für den Einsatz von BIM-Modellen und BIM-Methoden zu schaffen. Die Kollaboration von CAFM-Herstellern, FM-Beratern und FM-Dienstleistern soll mittels standardisierter BIM-Sprache sicherer werden. CAFM-Connect basierende BIM-Profile ermöglichen auch den anwenderspezifischen absprachefreien Austausch digitaler Daten für Zielgruppen und Teilprozesse. Weitere Informationen erhalten sie unter: cafm-connect.org

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