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Bohrroboter führt BIM-Planung aus

Auf der Baustelle des Zentrums für Stoffwechselforschung der Uniklinik Köln ist ein Bohrroboter im Einsatz, der Bohrungen auf Basis digital erstellter Gebäudeentwürfe (BIM) durchführt.

„Das Zentrum für Stoffwechselforschung haben wir im Rahmen eines Pilotprojekts mittels Building Information Modeling (BIM) geplant. Das ermöglicht uns jetzt, in der Bauphase, den Einsatz modernster digitaler Technologien“, erläutert Prof. Dr. Peter Heinen, Geschäftsführer der Medfacilities GmbH. Medfacilities ist das Bau-Tochterunternehmen der Uniklinik Köln.

Das fünfgeschossige Laborgebäude errichtet Medfacilities gemeinsam mit der Nesseler Bau GmbH als Generalunternehmer. In dem Laborgebäude werden so viele Anschlüsse für Strom, Wasser, Gase und Belüftung benötigt, wie bisher in keinem anderen Gebäude auf dem Campus. Deshalb entschied Medfacilities gemeinsam mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Digitalisierung des Landes NRW, das Gebäude mittels BIM zu planen.

Bohrinformationen aus der BIM-Planung

Inzwischen ist der Rohbau des Zentrums für Stoffwechselforschung fertiggestellt, teilt Medfacilities aktuell mit. Der semi-autonome Baustellenroboter Jaibot der Firma Hilti wird nun über 15.000 Öffnungen für Haltekonstruktionen in die Stahlbetondecken bohren. „Ohne den Roboter müssten unsere Monteure jede einzelne Öffnung mit schweren Geräten über Kopf selber bohren. Mit dieser neuen, aus BIM abgeleiteten Methode, schwer körperliche Arbeit durch Maschinen zu ersetzen, wird die Arbeit auf den Baustellen wesentlich attraktiver“, erklärt Karl-Peter Arnolds, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nesseler Bau GmbH aus Aachen. Die Zeit- und Kostenersparnis beträgt laut Hersteller des Roboters im Vergleich zu konventionellen Bohrungen etwa 35 Prozent.

Der Baustellenroboter zieht die Information, wo genau Bohrungen notwendig sind, millimetergenau und vollautomatisch aus der BIM-Planung, so Hilti. Welcher Raumabschnitt bearbeitet wird, entscheidet jedoch ein menschlicher Bediener. Er steuert das kleine Kettenfahrzeug mit Bohr-Arm mit einer Fernbedienung dorthin. „Das Zentrum für Stoffwechselforschung wird nicht nur nach der Fertigstellung ein Leuchtturmprojekt für die Wissenschaft sein, auch die Planung und Realisierung des Bauvorhabens setzt neue Standards für öffentliches Bauen und Digitalisierung der Arbeitswelt in NRW“, freut sich Prof. Dr. Peter Heinen.

Der Baustellenroboter zieht die Information, wo genau Bohrungen notwendig sind, aus der BIM-Planung. Foto: Christian Wittke / Medizin Foto Köln

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