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BIM-Studie: Mangel an Kompetenz und Erfahrung

BIM-Projekte scheitern meistens am Mangel an Kompetenz und Erfahrung in der betroffenen Organisation.

Das ist das Ergebnis einer Studie der schweizerischen Bimondis AG, die einen Online-Marktplatz für BIM-Experten betreibt. Die Bimondis gehörte 2022 zu den Nominierten des Startup-Wettbewerbs „Auf der Fährte der BIM-Löwen“, dessen Endausscheidung sowie Preisübergabe im Rahmen der BIM-Tage Deutschland im Allianz Forum in Berlin stattfand.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz seien aktuell mehr als 4.400 BIM Positionen unbesetzt, heißt es in der Bimondis-Studie. Unternehmen aus der Bauwirtschaft suchten oft ein halbes Jahr oder länger nach geeigneten Kandidaten. Dabei sei die schnelle Besetzung von Fachkräften mit hoher BIM Expertise entscheidend für die Umsetzung der internen BIM Strategie.

Erfahrene BIM-Spezialisten sind hochmotivierte Autodidakten

Die mehr als 80 befragten Experten (für den qualitativen Teil der Studie) seien zwischen 30 und 46 Jahre alt und ihre Ausbildung beziehungsweise Studium liege entsprechend mehr als sechs Jahre zurück. 90% von ihnen gaben an, sich BIM-Wissen und -Fähigkeiten komplett autodidaktisch angeeignet zu haben. Der Grund sei unter anderem die nicht oder nur rudimentär vorhandenen Lehrinhalte zum digitalen Planen und Bauen in Ausbildung und Studium. Die wichtigen Wissensquellen der Befragten sind Fachbücher, Online-Kurse und der Austausch mit anderen Spezialisten. 60% der BIM-Experten fanden den Einstieg in die Methodik über Software-Lösung, so die Bimondis-Studie.

Unternehmen entwickeln eigene BIM-Ausbildungsprogramme

Allerdings habe sich das Aus-und Weiterbildungsangebot in den letzten fünf Jahren stark weiterentwickelt. Für die sich in Ausbildung befindenden Bauingenieure und Architekten sei die BIM-Methodik inzwischen fester Bestandteil ihres Curriculums. Andererseits sehen die Geschäftsführer und Personalleiter unter den Befragten die Absolventen generell kritisch, die mehrheitlich mit kaum praktisch anwendbarem BIM-Wissen in die Praxis entlassen werden. Unter anderem deshalb entwickeln mittelständische Unternehmen sowie Großkonzerne eigene Ausbildungsprogramme, heißt es in der BIM-Studie.

Die Zukunft der BIM-Rollen

Knapp zwei Drittel aller Befragten geht davon aus, dass ihr Stellenprofil sich in drei bis fünf Jahren komplett verändern wird. Die meisten Bezeichnungen werden in den nächsten 5 Jahren verschwinden oder sich stark verändern. Nach Ansicht der Experten wird nahezu jede Rolle im Umfeld von Planen und Bauen eine digitale Komponente haben und die heute üblichen BIM-Rollen werden darin aufgehen. Einige grosse Unternehmen gehen diesen Weg schon heute.

Die Studie

Die Grundlage für den quantitativen Teil der Analyse sind öffentlich zugängliche Daten. Ausgewertet wurden rund 10.000 Firmen-Webseiten und 30 Online-Jobbörsen. Identische Stellenanzeigen aus verschiedenen Jobportalen oder Firmenwebseiten wurden als eine betrachtet und nur einmal gezählt. Die Stellenanzeigen wurden maschinell ausgewertet und manuell überprüft. Für den qualitativen Teil wurden mehr als 80 Interviews mit Experten und Geschäftsführern im gesamten Spektrum des digitalen Planens und Bauens durchgeführt. Die komplette Studie stellt die Bimondis AG auf ihrer Website zum Download bereit.

Foto: AdobeStock_509507653

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