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BIM-Methodik wird erwachsen

Auf dem 7. Hilti Expertenforum 2022 in Hamburg wurde in zahlreichen Praxisbeispielen dargestellt, wie BIM in Bauprojekten gewinnbringend eingesetzt werden kann.

Die Veranstaltung fand statt unter dem Titel "Was brauchen wir zum Erwachsen werden?“. Die vorgestellten Projekte zeigten, welche Auswirkungen die Planungsmethode auf das Zusammenspiel aller Beteiligten hat. Der Prozess des Erwachsen Werdens verläuft manchmal holprig und wird von vielen Entwicklungsschritten begleitet. Die BIM-Methodik ist längst in der Bauindustrie angekommen und inzwischen auf dem Weg zum Erwachsen werden. Daher ist in vielen Fällen nicht mehr die Frage, ob mit BIM gearbeitet wird, sondern wie.

Rolle der Digitalisierung in der Bauindustrie

„Die Digitalisierung schreitet auch in der Bauindustrie zunehmend voran. Ein klar erkennbarer Trend ist, dass mit der zunehmenden IOT-Fähigkeit von physischen Produkten die klassische Trennung in „Hardware“ versus „Software“ zunehmend verschwimmt und neue integrierte Lösungen möglich werden, die hohe Produktivitätsgewinne versprechen. BIM ist vielfach inzwischen die Realität, wobei in Deutschland im Vergleich vor allem zu den Niederlanden noch Aufholpotenzial besteht. In aktuellen BIM-Projekten wird zudem deutlich, dass die Herausforderung inzwischen weniger auf der technischen Seite, sondern viel mehr im Change Management liegt, denn BIM-Projekte erfordern eine neue Art der Zusammenarbeit und Partnerschaft von allen Projektbeteiligten,“ betonte im Auftaktgespräch der Veranstaltung Heike Kling, Leiterin Engineering Nord, Hilti Deutschland AG im Gespräch mit Jochen Olbert, Vorsitzender der Direktion,
Hilti Deutschland AG.

Anhand von plakativen Beispielen zeigte Jens-Uwe Meyer mit seiner Key Note, dass sich Geschäftsmodelle überleben können und manchmal ein sich neu erfinden notwendig ist, um Innovation zu realisieren. „Die großen Trends – Digitalisierung,Nachhaltigkeit und demografischer Wandel – über die schon seit Jahren gesprochen wird, sind schon längst da, gehen zusammen und verstärken sich gegenseitig.“ An das Thema „neu denken“ knüpften auch die Praxisbeispiele des Expertenforums an. In diesen wurde anschaulich illustriert, wie BIM bereits gewinnbringend eingesetzt wird aber auch wo die Herausforderungen liegen.

BIM in Praxisbeispielen

Den Auftakt bildete das Projekt Überseequartier in Hamburg, welches aktuell die größte Hochbaustelle in Europa darstellt. Thomas Kleist, Senior Construction Manager, Uniball Rodamco Westfield mfl Development GmbH, zeigte auf, wie die Zusammenarbeit in einem Open BIM Projekt mit mehr als 35 Planungsteams und rund 270 Ingenieur:innen funktioniert. Eine besondere Herausforderung ist dabei unter anderem die Zusammenarbeit der Teams über Ländergrenzen hinweg sowie der Einsatz unterschiedlichster Soft- und Hardware.

Wie Automatisierung auf der Baustelle umgesetzt werden kann, zeigte Rüdiger Wagner, Head of Open Technology Innovation and Robotics, Hilt AG anhand des Einsatzes des Hilti Bohrroboters Jaibot auf.

Denis Stol, Projektleiter, Ten Brinke Group, illustrierte anhand eines Projekts für ein Verwaltungsgebäude in Dortmund, wie mit Hilfe einer Lean Taktung eine Effizienz-Steigerung gelingen kann. Das von der Porsche Consulting entwickelte Lean Concept wird mit der BIM Planung verknüpft. Und auch wenn sich die Planungsphase dadurch zunächst verlängert, resultiert am Ende eine kürzere Bauzeit daraus.

Bauindustrie spürt Fachkräftemangel

Mit dem Thema Fachkräftemangel sind alle Beteiligten in der Baubranche konfrontiert, die Rekrutierung von Talenten für Aufgaben mit hoher Komplexität ist eine globale Herausforderung. Wie die Integration von Studierenden und Unternehmen zu einem frühen Zeitpunkt funktionieren kann, zeigten Dr. Helmut Dinger, Geschäftsführer Innovation Academy der RWTH Aachen und Daniel Gmeiner, Head of BIM Competence Center, Hilti auf. Im Rahmen eines Programms werden Studieninhalte angepasst,studienübergreifende BIM Kurse sowie fächerübergreifende Soft Skill Trainings angeboten. Im Rahmen eines Praxisteils soll eine echte Verbindung zum Unternehmen geschaffen werden.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete das Projekt Neubau des Hauptgebäudes der Kreispolizei Bergheim, welches von Manjunath Ambli-Suresh, BIM Manager, Tecklenburg GmbH und Joachim Schetter, Leiter Bauabteilung, Tecklenburg GmbH vorgestellt wurde. Mit Hilfe einer modellbasierten Planung sowie einem detaillierten Bautagebuch, konnte eine verkürzte Bauzeit erreicht werden. Der Einsatz einer VR-Brille sowie von HoloLenses bei der Grundsteinlegung ermöglichte den Beteiligten eine Visualisierung des geplanten Gebäudetraktes bereits zu diesem frühen Zeitpunkt.

Bild: Hilti Deutschland AG

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