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Ausbildungsangebote für die Digitalisierung im Bauwesen

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen veröffentlichte eine Publikation mit dem Titel „Digitalisierung im Bauwesen – Ausbildungsinhalte nordrhein-westfälischer Hochschulen“.

Sie ist eine hilfreiche Informationsquelle für alle, die sich in der Vielfalt der Ausbildungsangebote orientieren wollen. Die Publikation beginnt mit dem Vorwort von Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. In ihrem Vorwort betont die Ministerin die Bedeutung der BIM-Methode sowie anderer technischer Innovationen für die Gestaltung des digitalen Wandels im Bauwesen.

Die 100-seitige Broschüre, welche in enger Zusammenarbeit mit den nordrhein-westfälischen Hochschulen entstand, enthält Verzeichnisse der Hochschulen und Lehrstühle sowie strukturierte Übersichten ihrer Ausbildungsangebote im Bereich Digitalisierung im Bauwesen.

Bedeutung und Mehrwert der Publikation

Die Publikation ist insbesondere deshalb hilfreich, weil sie Mehrwerte für die Verbreitung digitaler Arbeitsmethoden im Bauwesen bietet. Dazu zählen eine zeiteffiziente und umfassende Informationsfindung für zukünftige Studierende, die Verbreitung von Informationen über Ausbildungsangebote von nordrhein-westfälischen Hochschulen, die Beleuchtung des positiven Beispiels von Nordrhein-Westfahlen in Aufbau, Strukturierung und Verbreitung der Ausbildungsangebote für die Digitalisierung im Bauwesen als Kooperationsergebnis zwischen der Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung, sowie ein Beitrag zur Reduzierung des Fachkräftemangels im Bauwesen.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen sprach dazu mit Margo Mlotzek, Referentin im Ministerium für Heimat, Kommunales Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Nachfolgend Auszüge aus diesem Gespräch.

„Frau Mlotzek, könnten Sie uns bitte kurz erzählen, wie, wann und bei wem die Idee der Publikation entstanden ist?“

Margo Mlotzek: „Das BIM-Competence-Center (BIM-CC) im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen treibt die Implementierung von Building Information Modeling (BIM) in Nordrhein-Westfalen voran. Eine unserer Aufgaben ist es, die vorhandenen Kompetenzen in unserem Land zu vernetzen. Vertreter von nordrhein-westfälischen Hochschulen gehören zu unseren wichtigsten BIM-Experten. Sie sind Wegbereiter für Entwicklungen von Innovationen und liefern die wesentlichen Erkenntnisse und Fragestellungen. Diese vielerorts vorhandenen einschlägigen Informationen lagen bisher nicht gebündelt vor und konnten den entsprechenden Zielgruppen deshalb nur auszugsweise zugänglich gemacht werden. Der rege Austausch mit den Hochschulen im Rahmen unserer Expertenworkshops verhalf uns zu der Idee, die wissenschaftlichen Errungenschaften sichtbar zu machen.“

„Welche Schritte waren notwendig, um diese Idee in Umsetzung zu bringen?“

Margo Mlotzek: „Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren für das Projekt schnell zu begeistern. Um das Prozedere zu vereinfachen, haben wir die Vorlage eines Steckbriefs erstellt und die Hochschulen gebeten uns Ihre Inhalte in diesem Format zu melden. Wir haben rund 90 Steckbriefe von 16 Hochschulen erhalten! Die anschließende Koordination, Abstimmung und das Lektorat waren natürlich eine große Herausforderung. Unser Ziel war es, die verschiedensten Beiträge aufeinander abzustimmen, um auch den fachfremden Leserinnen und Lesern die Inhalte verständlich zu vermitteln. Gerade im Bereich der Forschung war es sehr herausfordernd die komplexen Inhalte aufs Wesentliche zu beschränken.

Neben dieser Broschüre zu Ausbildungsinhalten haben wir parallel auch eine weitere Broschüre zu Forschungsinhalten veröffentlicht. Die Wissenschaftler nordrhein-westfälischer Hochschulen leisten mit ihrer intensiven Grundlagen- und Anwendungsforschung einen großen Beitrag zur Gestaltung des digitalen Wandels. Darüber hinaus sorgen sie in der Lehre dafür, dass die neusten technologischen Erkenntnisse an die Studierenden weitergegeben werden. Diese Publikation gibt einen Überblick über ausgewählte Forschungsprojekte nordrhein-westfälischer Hochschulen aus dem Bereich des Digitalen Bauens.“

„Wie sehen Sie das Ziel der Publikation? An welche Zielgruppen ist sie adressiert?“

Margo Mlotzek: „Wir möchten der Lehre und Forschung den Weg in die Öffentlichkeit ebnen. Wir wollen einerseits den akademischen Nachwuchs für die spannenden und zukunftsweisenden Studieninhalte begeistern, ihnen eine Orientierungshilfe bieten, andererseits interessierten Kooperationspartnern den Einblick in die Forschungsarbeit erleichtern. Damit möchten wir den Wissens- und Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Gesellschaft und Wirtschaft unterstützen. Und wir versprechen uns einen Mehrwert durch mögliche Rückkopplungen zur anwenderorientierten Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Denn diese werden in besonderem Maße benötigt, um die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten.“

Bundesweite Relevanz

Die Relevanz dieser Publikation wird auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen positiv zur Kenntnis genommen. So äußerte sich Andreas Liere, Dozent für Digitales Planen und Bauen an der FH-Potsdam sowie Projektmanager / Teamleiter BIM bei Currie & Brown Germany, im Hinblick auf eine bundesweite Implementierung geeigneter Ausbildungsinhalte: “Die Digitalisierung im Bauwesen schreitet mit großen Schritten voran. Aus diesem Grund muss darauf geachtet werden, dass Studierende nicht nur landesweit, sondern bundesweit eine fundierte kostenlose Ausbildung in dem Bereich erhalten. Der Beitrag von NRW ist ein großartiger Ansatz, dem andere Bundesländer ebenso folgen sollten. Vielen Studierenden ist die Relevanz des Themas nicht bewusst, weil die Ausbildung noch nicht an jeder technischen Hochschule in die Lehre implementiert worden ist.”

Die Broschüre „Digitalisierung im Bauwesen - Ausbildungsinhalte nordrhein-westfälischer Hochschulen (Lehre)“ steht hier zum Download bereit.

Die 100-seitige Broschüre enthält Verzeichnisse der Hochschulen und Lehrstühle sowie strukturierte Übersichten ihrer Ausbildungsangebote im Bereich Digitalisierung im Bauwesen. Foto: Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen

„Wir möchten der Lehre und Forschung den Weg in die Öffentlichkeit ebnen.“ Margo Mlotzek, Referentin im Ministerium für Heimat, Kommunales Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Verena Schmitt.

„Der Beitrag von NRW ist ein großartiger Ansatz.“ Andreas Liere, Dozent für Digitales Planen und Bauen an der FH-Potsdam. Foto: alba Bau | Projektmanagement GmbH

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