Bis Mitte Januar 2019 kann das 3D-Modell des Konzerthauses im Rahmen einer Ausstellung bewundert werden.
In Zusammenarbeit mit dem Getty Research Institute in Los Angeles hat das Fraunhofer IGD den gesamten Innenraum der Berliner Philharmonie gescannt und daraus ein 3D-Modell erstellt. Das Architekturmodell wird als Teil der Ausstellung „Frank Gehry – Hans Scharoun: Strong Resonances / Zusammenklänge“ im Berliner Max Liebermann Haus der Stiftung Brandenburger Tor erstmals in Europa zu sehen sein.
Konzerthallen im Vergleich
Obwohl sich die beiden Star-Architekten Hans Scharoun und Frank Gehry nie begegnet sind, sind sie über ihre wohl berühmtesten Bauwerke miteinander verbunden. Beim Entwurf der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles, die vor 15 Jahren eröffnete, ließ sich Frank Gehry von Scharouns Philharmonie inspirieren. Beide Konzerthallen werden im direkten Vergleich erstmals in Europa bei der Ausstellung im Berliner Max Liebermann Haus der Stiftung Brandenburger Tor gezeigt.
Für den Scan des Berliner Konzerthauses kam ein spezieller Laserscanner zum Einsatz, dessen Strahlen von einem horizontal und vertikal rotierenden Spiegel reflektiert wurden. Dem Scanner war es so möglich, 3D-Punkte in einer 360°-Umgebung zu erkennen. Die Forscher platzierten den Laserscanner an 98 verschiedenen Positionen, um den komplexen Konzertraum bis ins kleinste Detail digitalisieren zu können. Zunächst entstand so ein originalgetreues 3D-Modell. Im nächsten Arbeitsschritt wurde ein realitätsnaher 3D-Druck angefertigt.
Digitale Modelle künftig selbst drucken
„Uns hat der gesamte Prozess der Erstellung des 3D-Modells enorm geholfen, das Gebäude und das Wirken des Architekten wirklich zu verstehen“, betont die zuständige Kuratorin Emily Pugh, die die ganze Zeit in engem Kontakt mit dem Team des Fraunhofer IGD stand. Die Bedeutung der Fraunhofer-Arbeit geht über das Ausstellungsende hinaus. „Wir planen, das digitale Modell zu veröffentlichen“, sagt Chris Edwards, zuständiger Architekt für Bilder und digitale Medien beim J. Paul Getty Trust, „so dass Jeder das Modell nutzen, damit arbeiten und sich seine eigene Philharmonie drucken kann. Damit schaffen wir einen echten Mehrwert für Studenten, Forscher und Architekten auf der ganzen Welt“, ergänzt Edwards.
Basierend auf dem Fraunhofer 3D-Scan entstand für die Ausstellung in Berlin ein neues größeres Architekturmodell der Berliner Philharmonie. Besucher haben bis zum 20. Januar 2019 die Möglichkeit, die Modelle der beiden Konzerthäuser sowie viele Zeichnungen, Skizzen und Fotografien von Scharoun und Gehry im Max Liebermann Haus der Stiftung Brandenburger Tor am Pariser Platz zu besichtigen.