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Forschungsvorhaben: Digitalisierung von Gebäuden
3D-Modell auf Knopfdruck

Beim Projekt MOBILO werden IFC-Modelle durch Laser Scanning und andere optische Verfahren erstellt.

Ziel der Antragsteller, Prof. Stephan Schulz von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Prof. Christophe Bobda von der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und MWM Software & Beratung GmbH ist es, einen automatisierten Prozess für die Digitalisierung von Gebäuden zu entwickeln.

Standards im Datenaustausch als Priorität

Für Anwender im Handwerk soll dieser die Erstellung eines digitalen Zwillings erleichtern. Das MOBILO-Konsortium stellt ein Jahr nach Antragstellung die ersten Ergebnisse vor. Angetrieben durch die BIM-Methodik, präsentierte man zwei innovative Ansätze: „Scannen für jedermann“ sowie „Auf Knopfdruck von der Punktwolke zum 3D-Modell und zur Mengenermittlung“.

Im Rahmen des Forschungsprojekts entwickelt MWM ein Konzept für die Entwicklung des Programms MWM-Azzurro und dessen Anbindung an MWM-Libero. Darüber hinaus konzipiert das Unternehmen Standards für die deutsche Bauinformatik. MWM-Azzurro überführt Punktwolken in ein IFC-Modell und stellt die Daten MWM-Libero, einem Programm für die Mengenermittlung zur Verfügung. Der Softwareentwickler arbeitet parallel zur Entwicklung von MOBILO gemeinsam mit den im Bundesverband Bausoftware (BVBS) organisierten Mitgliedern und der GAEB-Geschäftsstelle an den notwendigen Erweiterungen im GAEB-Datenaustausch.

Auch im Forschungsvorhaben MOBILO hat die Verwendung von Standards im Datenaustausch oberste Priorität. Mit dem zukünftigen Datenaustauschformat GAEB DA XML 3.3 soll es möglich sein, GAEB-typische Elemente wie Projekt, Position und Teilmenge durch einen eindeutigen und lebenslang gültigen Identifikator mit Bauteilen aus dem 3D-Modell zu verbinden.

Scannen für Jedermann

Der im MOBILO-Projekt entwickelte 3D-Scanner erstellt Punktwolken im ply-Format. Dieses Standardformat liest MWM-Azzurro ein und wandelt es in eine IFC-Datei um. Die Wandlung der Punktwolke in eine IFC-Datei funktioniert zurzeit für einzelne Räume. Die Entwicklung für mehrere Räume soll nun folgen. In MWM-Libero übergibt die IFC-Datei dann die Mengen in vorher ausgewählte GAEB-Positionen. Aus der automatisierten Mengenermittlung erzeugt diese GAEB-zertifizierte Anwendung eine GAEB X31-Datei, die GAEB-Datei für die Mengenermittlung.

Dank einer Absprache zwischen den BVBS-Mitgliedsfirmen, lassen sich Mengenermittlungsansätze beliebigen Kriterien zuweisen. Eine modellbasierte Mengenermittlung ist somit wesentlich besser zu dokumentieren. Der im GAEB festgelegte Standard wird zudem beibehalten.

Das 3D-Messsystem mit intelligenter Datenverarbeitung, IFC-Konvertierung zur Mengenermittlung und offenen Schnittstellen bietet schon im derzeitigen Entwicklungsstand interessante Ansätze zur breiten Anwendung von BIM in der Bauwirtschaft und das Ziel „Scannen für Jedermann“ ist in greifbare Nähe gerückt, so das erste Fazit des Forschungsvorhabens.

Gefördert wird das MOBILO-Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Zentralen Innovationsprogrammes Mittelstand (ZIM).

Punktwolke und Erstellung der IFC-Datei in MWM-Azzurro

Darstellung der Punktwolke und Erstellung der IFC-Datei in MWM-Azzurro ohne weitere Eingaben (Bild: MWM Software & Beratung GmbH)

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