HeidelbergCement und PERI 3D Construction arbeiten an der Weiterentwicklung des 3D-Drucks.
Davon konnten sich Anfang Dezember Besucher aus der Baubranche auf dem PERI Campus in Weißenhorn/Bayern überzeugen. Den Fachbesuchern wurden die Eigenschaften und Vorteile des Druckens mit Beton nähergebracht. Anschließend besichtigten die Besucher in Weißenhorn-Wallenhausen das, laut PERI und HeidelbergCement, größte gedruckte Mehrfamilienhaus Europas, das 2021 entstand.
Beide Partner hatten bereits bei der Planung und Errichtung des ersten gedruckten Wohngebäudes in Deutschland zusammengearbeitet, einem zweigeschossigen Einfamilienhaus im westfälischen Beckum, das ebenfalls 2021 fertig gestellt wurde.
Drucktechnik
PERI setzt zum Druck 3D-Drucker vom Typ BOD2 ein. Diese Drucktechnologie stammt vom dänischen Hersteller COBOD, an dem PERI seit 2018 beteiligt ist. Beim BOD2 bewegt sich der Druckkopf über drei Achsen auf einem fest installierten Metallrahmen, so PERI. Der Vorteil: Der Drucker könne sich in seinem Rahmen an jede Position innerhalb der Konstruktion bewegen und müsse nur einmal kalibriert werden.
Während des Druckvorganges berücksichtigt der Drucker bereits die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse für Wasser oder Strom. Der BOD2 ist so zertifiziert, dass auch während des Druckvorgangs im Druckraum gearbeitet werden kann. Manuelle Arbeiten, wie z. B. das Verlegen von Leerrohren und Anschlüssen, können auf diese Weise in den Druckprozess integriert werden, verspricht PERI.
Bedient wird der Drucker von zwei Personen. Der Druckkopf und die Druckergebnisse werden per Kamera überwacht. Nach Angaben von PERI ist der BOD2 mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde der aktuell schnellste 3D-Betondrucker auf dem Markt. Für einen Quadratmeter doppelschalige Wand benötige der BOD2 etwa fünf Minuten, so PERI.
Material
Das für den Druck beider Häuser eingesetzte Material i.tech 3D, ein werksfertiger Trockenmörtel, wurde von HeidelbergCement entwickelt. Die Eigenschaften von i.tech3D seien angepasst auf die besonderen Anforderungen des 3D-Drucks mit Beton, das Material sei gut pumpbar und gut extrudierbar und harmoniere sehr gut mit dem BOD2, heißt es bei HeidelbergCement. „2023 werden wir weitere Projekte umsetzen und damit den 3D-Druck im Bau weiter vorantreiben. Gleichzeitig unterstreichen wir hiermit die Innovationskraft von HeidelbergCement“, sagt Dr. Jörg Dietrich, Leiter Produktmanagement sowie Leiter Engineering & Innovation bei HeidelbergCement.