Build-Ing.: Wie wird sich der Arbeitsprozess durch BIM ändern?
Antje Heuer: Der geistige Aufwand, den man in die Organisation von BIM stecken muss, wird zunächst groß sein. Es muss aber ausreichend Zeit bleiben, um über die Inhalte des Entwerfens nachzudenken, über das Haus oder den städtebaulichen Plan.
Christian Burkhardt: Da gibt es eine Diskrepanz zwischen der Frage, wie viel Zeit ich im frühen Projektstadium investieren muss, um Daten einzugeben, die an diesem Punkt noch gar nicht wichtig sind, und wie viel Zeit ich in den kreativen Prozess investieren kann. Im BIM-Prozess soll schon in den ersten Leistungsphasen möglichst viel vorausgeplant werden. Aber das widerspricht der heutigen Praxis. Häufig wird aus rein wirtschaftlichen Gründen – Stichwort Zeitdruck – nicht alles vor Baubeginn festgelegt. Dann entsteht zuerst der Rohbau, parallel dazu wird baubegleitend weitergeplant. Es ist eine Idealisierung des Planungsprozesses, anzunehmen, dass im Vorhinein schon alles klar ist.
Antje Heuer: Die Probleme werden durch BIM nicht kleiner. BIM zielt darauf ab, die Produktivität zu steigern. Schön wäre es, wenn diese Steigerung letztendlich einer guten Architektur zugute käme. Wenn die Zeitersparnis in späteren Phasen hilft, die Qualität von Architektur zu sichern.
Build-Ing.: Welche Herausforderungen bringt BIM?
Antje Heuer: Ich glaube, die größte Herausforderung wird darin bestehen, dass alle am Prozess Beteiligten die ganze Zeit über streng strukturiert arbeiten.
Christian Burkhardt: Wenn du BIM machst, musst du es knallhart durchziehen. Ein bisschen BIM geht nicht.
Bert Hafermalz: Für mein Verständnis wird BIM eine große Erleichterung.