Die Basis bildet die Definitionsphase, in welcher die Transformationserfordernisse in Abhängigkeit der unternehmensspezifischen Anwendungsfelder bestimmt werden. In der Ideenphase sollten – vorzugsweise mit entsprechenden (Kreativitäts-)Methoden – notwendige Spezifikationen für eine unternehmensspezifische Strategie identifiziert werden. Auf diese folgen schließlich erste Vorschläge für mögliche Transformationsmaßnahmen, um entsprechende Voraussetzungen schaffen zu können (sowohl technische als auch Kompetenzanforderungen an Mitarbeiter/innen).
In die Planungs- und Realisierungsphase sollte viel Zeit investiert werden, insbesondere durch die konsequente Einbeziehung der Mitarbeiter/innen. Hier entscheiden sich maßgeblich der spätere Erfolg der Software und auch der BIM-Einführung im Unternehmen. Die tatsächlichen Kosten sind höchst individuell und können nicht pauschal beziffert werden, da je nach Erfordernis und Ziel unterschiedliche Maßnahmen umsetzbar sind. Diese reichen von Schulungen bei externen Anbietern bis hin zur Entwicklung eines unternehmensspezifischen Seminars oder einer Seminarreihe zur Unterstützung der Softwareeinführung. Hier ist man auf Erfahrungswerte von Softwareherstellern oder Branchenkollegen angewiesen.
Während der nachfolgenden Phasen der Inbetriebnahme und Nutzung wird z. B. ein erstes Team zusammengestellt, das ein Projekt unter Einbeziehung der BIM-Methode durchführt (Pilotvorhaben). Diese Teammitglieder können dann im weiteren Verlauf der Einführung ihre Erfahrungen in neuen Projekten als sogenannte BIM-Evangelisten weitergeben.
Abbildung 3 zeigt den Aufwand, der von der Definitionsphase langsam ansteigt, in der Planungsphase der Softwareeinführung seinen Höhepunkt erreicht und in der Nutzungsphase allmählich in einen gleichbleibenden Aufwand zur Aufrechterhaltung des Wissens- und Softwarestandes übergeht.
Kalkulierbarer Nutzen durch moderne Technologien
Diese Produktivitätssteigerung oder besser der (monetäre) Nutzenzuwachs lassen sich in Zahlen ausdrücken und berechnen. Sie sind unter anderem zu begründen in:
- Weniger Baufehler
- Bessere Planung
- Weniger Nachträge
- Höhere Effektivität und höherer Nutzen im gesamten Baulebenszyklus
- Senkung der Transaktionskosten
- Höhere Transparenz der Prozesse
- Konzentration auf eigentliche Tätigkeitsbereiche der Beteiligten
- Zusatznutzen durch neue Dienstleistungen
Bereits bei der Einführung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Vor-BIM-Zeitalter konnten erhebliche Effektivitätsgewinne erzielt werden. Durch BIM werden diese in den hervorgehobenen eher bautypischen Bereichen nochmals gesteigert. Die ersten Punkte sind für alle, die sich mit BIM beschäftigen, hinreichend bekannt. Interessant ist der von der EU BIM Task Group eingebrachte Begriff der Kollaboration. Dieser beschreibt die nochmalige Steigerung der Kooperation.

Abbildung 4: Nutzenzuwachs von BIM