Zum Hauptinhalt springen
fileadmin/user_upload/AdobeStock_1105679802.jpeg
/

Mitarbeiter frühzeitig einbeziehen

Als Generalunternehmer hat Brüninghoff das Potenzial von BIM früh erkannt, integriert alle Daten im virtuellen Modell und setzt dies konsequent in die Praxis um, bis hin zur Übergabe an den Bauherren zur Objektbetreuung. Heute kommt dem Unternehmen die Erfahrung aus rund 400 Projekten, die mit der BIM-Methode umgesetzt wurden, zugute. Die interne Akzeptanz der digitalen Planungsmethode ist dabei groß, da die Mitarbeiter bei der Einführung vor über sechs Jahren mitgenommen wurden. Das Vorgehen dabei war interaktiv: Ideen und Wünsche der Mitarbeiter wurden einbezogen, bestehende Abläufe aufgenommen und vorhandene Software genutzt.

Zugewiesene, klare Teilbereiche sorgten bei allen Projektbeteiligten für überschaubare Aufgabenpakete, die gemäß der vorab festgelegten Anforderung bewältigt wurden. Zudem erfolgte eine Definition von unternehmensübergreifenden, einheitlichen Attributen, Strukturen und Konventionen. Heute werden die Daten aus zehn eigenen Autorensystemen sowie den Quellen externer Planungspartner in einem Open-BIM-System genutzt. Die jeweiligen Projekte werden über alle Lebenszyklusphasen im System gepflegt.

Foto: Brüninghoff
Die integrative Arbeitsweise verbessert den Kommunikationsaustausch zwischen allen Projektpartnern und schafft eine ganzheitliche und ständig aktuelle Arbeitsgrundlage.

BIM-Modell für alle Leistungsphasen

Grundsätzlich ist zu klären, was mit BIM abgebildet werden soll. Der Detaillierungsgrad sollte sich nach der Verwendung richten. Insbesondere, wenn das Arbeiten im digitalen Gebäudemodell von Bauherrnseite gewünscht ist, sollten die Anforderungen geklärt werden: Welches Ziel verfolgt der Bauherr? Welche Informationen wünscht er sich während des Bauprozesses? Ist hier die Kostensicherung eine Priorität, oder wünscht er genaue Kenntnisse über den jeweiligen Bauteilstatus? Wozu sollen die Daten in der späteren Nutzungsphase des Gebäudes dienen?

Der Detaillierungsgrad des Modells steigt dabei von der Akquise über die Planung bis zum Abschluss der Bauabnahme an. Wird es im Anschluss an den Betreiber übergeben, sollte es die notwendige Informationstiefe bieten. Diese wird im Vorfeld mit dem Auftraggeber definiert. Dass dies ein wichtiger Schritt im Prozess ist, zeigen die oben aufgeführten Abkürzungen wie AIA (Informationsbedürfnisse des Auftraggebers), die als Grundlage für den BAP (BIM-Projektabwicklungsplan) dienen.

Foto: Brüninghoff
Building Information Modeling: Planungsfehler und Kollisionen zwischen einzelnen Gewerken können mittels BIM frühzeitig erkannt und schnell behoben werden.

Der BAP umfasst organisatorische Strukturen und Verantwortlichkeiten. Modelle und ihre projektspezifische Ausprägung werden vereinheitlicht. Hierbei wird die Informationstiefe der jeweiligen Bauteilgruppen festgelegt, um die späteren Auswertungsfälle entsprechend steuern zu können. In allen Leistungsphasen haben die Projektbeteiligten Zugang zum BIM-Modell. Dadurch wird eine Informationstiefe ermöglicht, die bislang nur den jeweiligen CAD-Nutzern vorbehalten war.

© Brüninghoff
Im Auftrag von berlinovo errichtet Brüninghoff ein sechsgeschossiges Apartmenthaus für Studierende in Berlin – zum Einsatz kam dabei die Planungsmethode Building Information Modeling.
Autor

Marko Röschenkemper ist BIM-Manager bei der Brüninghoff GmbH & Co. KG, Heiden (Münsterland), und Dozent an der Bergischen Universität Wuppertal.

Kommentare
  • Keine Kommentare
Diesen Artikel teilen
Anzeige