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17.05.2022 | Matthias Fiss

QM für den Projekt-Lebenszyklus

Aus Sicht eines Bau- bzw. Immobilienprojekts entfaltet BIM sein vollständiges Nutzenpotenzial in einem gesamt durchgängigen digitalen Datenmanagement. Wer die Qualitätssicherung in den Griff bekommt, ist diesem Ziel einen bedeutenden Schritt näher.

Die strategische Beratung zur Digitalisierung der TÜV SÜD Advimo ermöglicht in Kombination mit dem BIM-Management die regelmäßige Qualitätssicherung, gesicherte Qualitätsansprüche sowie technische Konformität und durchgängige Termintreue. Die ganzheitliche Digitalisierungsstrategie berücksichtigt auch die Nachhaltigkeit und spätere Lebenszyklusphasen eines Gebäudes.

Die ersten Fehler passieren oft, bevor es losgeht

Bei Bauprojekten mit vielen Beteiligten sind eine einheitliche, neutrale und zentral gesteuerte Kommunikation und Überwachung entscheidend, um einen reibungslosen Projektablauf zu garantieren. Denn die ersten Fehler passieren oft bereits vor dem Beginn der Bauaufgabe, wenn beispielsweise eine Projektmanagement-Struktur fehlt, keine zentrale Informations- und Arbeitsplattform (Common Data Environment) geschaffen wird oder die Rolle der digitalen Informationen für die BIM-Modelle zu wenig beachtet wird.

Eine strategische digitale Beratung mit BIM-Management muss genau hier ansetzen und in der Projektsteuerung dafür sorgen, dass solche Fehler nicht passieren: Dabei kommt es auf die gesamtheitliche Betrachtung des Bauprojekts an, die idealerweise bereits während der Projektentwicklung startet. TÜV SÜD Advimo steht dazu dem Auftraggeber als begleitender Berater während der Entwicklung, Planung und Ausführung zur Seite, und kann so die Qualitätssicherung des Bauprojekts in allen Bereichen gewährleisten und die Digitalisierung der Planungsprozesse und Inhalte ermöglichen. Das gilt auch bei TÜV SÜD-eigenen Bestands- und Neubauprojekten.

Einsatz von Common Data Environment

Für den reibungslosen Projektablauf ist zudem ein Common Data Environment (CDE) als gemeinsame Informations-, Arbeits- und Dokumentationsplattform für alle Projektbeteiligte bedeutend. Auf dieser Basis erfolgt die Beratung bei der projektspezifischen Anpassung der standardisierten BIM AIA (Auftraggeber-Informationsanforderung) und der Entwicklung verschiedener gezielter BIM-Anwendungsfälle (AwF). Dazu zählen etwa modellbasierte Kollisionsprüfungen, thermische Gebäudesimulationen sowie Strömungssimulation neben den AwF für CAFM (Computer Aided Facility Management). Dabei wird zwischen Refurbishment (Renovierung) von Bestandsgebäuden und Neubauentwicklungen sowie dem Planungsstatus des jeweiligen Projekts unterschieden.

Die Kombination von strategischer digitaler Beratung und BIM-Management liefert eine zentrale Kommunikation und Aufgabenverteilung sowie Dokumentationstools in Form eines CDE und eine verlässlichere Überprüfung der Projektziele. Die Nutzung eines CDE bietet nicht nur eine einheitliche Daten-Plattform für Dateiablage- und Prozessdokumentationsmöglichkeiten, sondern erleichtert auch Planfreigaben und klassische Steuerungsaufgaben wie Termin-, Qualitäts- und Kostenkontrolle.

Zudem stärkt der Einsatz von automatisierten regelbasierten Methoden wie BIM Model Checker die Sicherheit, Transparenz und kontinuierliche Qualitätssicherung im Projekt. So wird die modellbasierte Auswertung der Perfomance der Planungsqualitäten durch regelmäßige Dashboard-Updates des BIM Score ermöglicht.

Der BIM Score unterstützt schließlich die Projektsteuerer bei ihrer Entscheidung hinsichtlich Leistungsbewertungen ihrer Planer, beispielsweise im Sinne des Werkerfolgs und anhand der monatlichen Meilensteine.

Frühzeitige Betrachtung späterer Phasen im Fokus

Für die nachhaltige Nutzung der digitalen Informationen in den Gebäudemodellen über die Planungs- und Bauphase hinaus sind die vorausgehende Beratung zu möglichen Anforderungen (AIA) der späteren Betreiber und die Entwicklung einer dokumentierten Schnittstelle für ein späteres CAFM-System von großer Bedeutung.Weitere sinnvolle Anwendungsfälle können in der Schaffung der Grundlagen für ein späteres Energie-Monitoring bestehen sowie in der frühzeitigen Einplanung zur Dokumentation von möglichen Umweltschadstoffen im Laborprozess und den Baustoffen.

Mit den Anforderungen an die modellbasierte Auswertbarkeit der Planungsmodelle in Bezug auf Nachhaltigkeit lassen sich immer mehr Standards für die Prüfregelentwicklung von TÜV SÜD Advimo festlegen. Dabei wird die Festlegung von Standards in Zukunft immer wichtiger werden. Denn auf diese Weise lässt sich beispielsweise ein Flotten-Footprint aller Gebäude, sowohl im Bestand als auch im Neubau, ermöglichen.

Auf der digitalBAU spricht Matthias Fiss beim Forum des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums Planen und Bauen, am 31. Mai in Halle 4.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.tuvsud.com/de-de/branchen/real-estate/immobilien/bauphysik-und-bautechnik/was-ist-bim/bim-management

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Bilder
Abb. 1: BIM Score 15 IBP Singapore (39. Data Drop) Der BIM Score unterstützt die Projektsteuerer bei ihrer Entscheidung hinsichtlich Leistungsbewertungen ihrer Planer, beispielsweise im Sinne des Werkerfolgs und anhand der monatlichen Meilensteine, Bild: TÜV SÜD Advimo
Abb. 2: BIM-Modell 15IBP Singapore, Bild: TÜV SÜD Advimo
© TÜV SÜD Advimo
Autor

Matthias Fiss ist Head of BIM Consultancy und Management DACH bei der TÜV SÜD Advimo GmbH. Seine Expertise erstreckt sich über BIM Management & Planning, Digital Transformation sowie Project Management und Project Leadership and Construction Management. (Autorenbild: TÜV SÜD Advimo) www.tuvsud.com

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