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20.05.2022 | Otto Nowack

Endlich wieder real: Die digitalBAU

Interview: Ralf-Stefan Golinski

Als die digitalBAU im Februar 2020 Premiere feierte, waren viele überrascht: Wer hätte gedacht, dass eine weitere Messe Platz in der Event-Landschaft finden würde? Doch das von der Messe München und dem Bundesverband Bausoftware (BVBS) entwickelte Konzept war erfolgreich. Erfahren Sie dazu mehr im Exklusivinterview mit dem Exhibition Director, Otto Nowack.

Herr Nowack, Sie sind nun in den letzten Zügen der Vorbereitungen für die zweite Ausgabe der digitalBAU in Köln, die alternierend zur BAU München stattfindet. Wie würden Sie die Zeit seit der Erstveranstaltung in 2020 beschreiben?

Wir waren im Februar 2020 sehr euphorisch aufgrund des großen Erfolgs der digitalBAU. Und der große Zuspruch in der Branche hatte uns bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war, für den Bereich der Digitalisierung in der Baubranche eine eigene Fachmesse ergänzend zur BAU München ins Leben zu rufen. Kurz nach der Messe sind für uns dann bekanntermaßen schwierige Zeiten mit vielen Unsicherheiten angebrochen. Bereits seit letztem Jahr verfolgen wir die Rückkehr vieler Messen, teils sogar mit gleicher Beteiligung auf Seiten der Aussteller und Besucher. Bei der digitalBAU können wir sogar einen Zuwachs bei der Ausstellerzahl verzeichnen – von 270 Ausstellern in 2020 auf über 300 dieses Jahr!

Was hat sich nach zwei Jahren Coronawohl generell in der Eventlandschaft verändert? Erleben wir auch hier eine digitale Transformation, wie in der Bauwirtschaft?

Eine Messe lebt vom persönlichen Austausch. Networking, Kunden treffen, neue Geschäftsbeziehungen aufbauen – diese Dinge können digital oft nur schwer gleichwertig ersetzt werden. Für bestimmte Messen werden hybride Lösungen ein wertvolles Geschäftsmodell darstellen, vor allem wenn die Kunden die Messe aufgrund von Reiseeinschränkungen nicht besuchen können.Bei einer aktuell eher auf den europäischen Raum ausgerichteten Fachmesse wie der digitalBAU haben wir bewusst den Fokus auf Präsenz gelegt, da der Wunsch hierfür auch vermehrt aus der Branche kam. Und dass uns so viele unserer Aussteller und Partner treu geblieben sind, zeigt mir, dass der Großteil derselben Meinung ist.

Zunächst einmal freuen wir uns, dass wir über 300 Aussteller begrüßen dürfen, die ihre Innovationen und Lösungen im Bereich der Digitalisierung der Baubranche an drei Fachmessetagen präsentieren. Start Ups haben bei uns wie auch schon in 2020 einen hohen Stellenwert und die Möglichkeit, sich zu günstigen Konditionen zu präsentieren.

Was erwartet uns auf der digitalBAU 2022?

Auch unsere fünf Foren sind prall gefüllt mit über 180 hochklassigen Referenten zu den Hot-Topics der Branche wie BIM, Smart Home, KI/Robotik und Digitale Städteplanung. Abgerundet wird das Rahmenprogramm mit Highlights wie dem Deutschen Baupreis und der Innovation Challenge, wo die Sieger unseres Online Votings live auf der Messe pitchen werden. Somit bieten wir DIE Plattform, um neue Kontakte zu knüpfen und von Business Netzwerken mit Planern, Ingenieuren, Architekten, Bauherren, Handwerken sowie Investoren und Vertretern aus Industrie und Fertigung zu profitieren.

Mit neuen Tools, wie „Scan-to-Lead“ geht ja auch die digitalBAU smarte Wege. Was hat sich noch geändert nach der großartigen Premiere in 2020? Und wäre es für Sie nicht ein Leichtes gewesen, selbst eine vergleichbare Matching-Plattform zu entwickeln?

Scan2Lead ist ein langjähriger Partner und bei unseren Ausstellern beliebter Dienstleister, der das Sammeln von Kundendaten einfach und effektiv abbilden kann. Wir werden auf der Messe das Thema Matchmaking dieses Jahr auch selbst unter anderem mit einem weiteren Partner abbilden, um Start Ups und etablierte Aussteller gezielt zusammenzuführen.Und so viel kann ich vorab schon verraten: Das Matchmaking zwischen Start Ups und potenziellen Investoren werden wir auch zur nächsten digitalBAU noch mehr in den Fokus rücken.

Reale Messen sind ein bedeutender, aber nicht der einzige Weg, um Anbieter und Nachfrager zueinander zu bringen. Social-Media-Plattformen, Verlage und immer häufiger auch eigene Eventplattformen großer Unternehmen sind andere. Steuert die Eventlandschaft auf eine Konsolidierung zu – oder in der digitalen Transformation, gegebenenfallsbeschleunigt durch Corona auf eine Zersplitterung?

Die Pandemie hat sicher viele Unternehmen zum Nachdenken angeregt, welche Alternativen es zur Messe noch gibt. In einer so dynamischen Branche wie bei der digitalBAU ist der Ruf nach regelmäßigem Austausch in kürzeren Abständen groß und daher natürlich das Angebot durch Verlage, Verbände und Netzwerke mit eigenen Events vielfältig. Letztendlich belebt das aber auch unser Geschäft: Die Konkurrenz schläft nicht und sucht nach immer neuen und kreativen Möglichkeiten, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. Ich bin aber der Meinung, dass unsere Messen mit den zahlreichen abwechslungsreichen digitalen Angeboten koexistieren werden.

Sie, das heißt die Messe München, wirken mit dem Thema Bau auch international sehr erfolgreich – etwa in China. Welche Unterschiede gibt es dort mit Blick auf Lead-Generierung?

Wir veranstalten seit 2017 jährlich die BAU China in Shanghai, die sich zur Leitmesse im asiatisch-pazifischen Raum für Architektur, Baumaterialien und High-End Technologien entwickelt hat. Die Leadgenerierung erfolgt in China oft dynamischer, da aufgrund der teils unüberschaubaren Menge an Angeboten und Alternativen schneller Kontakt auf beiden Seiten gesucht wird. Spitzenreiter der Tools für Leadgenerierung ist nach wie vor WeChat, das von 90 Prozent der Chinesen genutzt wird, hier wird auch Privates mit Businesskontakten geteilt. Das gilt im Übrigen auch für Marketing: Dies erfolgt in der Regel ausschließlich direkt auf die Smartphones, Websites sind eher zweitrangig. Teilweise sogar per SMS an Privatnummern von Businesskontakten, um sie direkt und schnell zu erreichen – bei uns undenkbar!

Als strategischer Partner der BIM-TAGE Deutschland haben Sie sich an die Seite eines viel kleineren und erst sehr jungen Eventpartners gestellt. Was versprechen Sie sich davon?

Wir sind froh, mit BIM-TAGE Deutschland einen Partner gefunden zu haben, mit dem wir uns über viele Synergien erfreuen können. Ich persönlich empfand die BIM-TAGE 2021 in Berlin als erfrischendes Konzept und war begeistert, welch hochklassigen Redner und Besucher ich auf und vor der Bühne treffen durfte. Das stimmt mich sehr positiv für die Zukunft unserer Branche und für die Entwicklung zukünftiger Formate auf und abseits unserer Veranstaltungen.

Und nun Ihr Elevator Pitch: Warum führt für die Besucher kein Weg an der digitalBAU vorbei?

Die digitalBAU ist nicht umsonst die Leitmesse für Digitalisierung in der Baubranche. Zahlreiche Marktführer aber auch junge Unternehmen präsentieren ihre Innovationen und Lösungen. Daneben bietet die digitalBAU geballtes Expertenwissen in den Foren und zahlreiche Networking Möglichkeiten. Hier erwartet Sie das Komplettpaket und wir freuen uns, wenn Sie am 31. Mai dabei sind, wenn sich die Branche endlich wiedersieht.

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© Otto Nowack
Autor

Otto Nowack ist von Hause aus Event-Kaufmann. Zur Messe München kam er in 2015, seit 2017 wirkt er im BAU Network.Im Rahmen der BAU München 2017 und 2019 war er für die Organisation der Langen Nacht der Architektur verantwortlich. Auch war er seit 2017operativ zuständig für den Aufbau und die Weiterentwicklung der BAU China sowie unterstützend bei der Erstveranstaltung der Premiere der digitalBAU. Seit Juni 2021 ist er der Exhibition Director für die Messen BAU China, digitalBAU und Glasstech Asia.

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