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Ronald Winterfeld

Digitales Planen und Bauen mit VHF

(F)VHF-BIM-Fachmodell Fassadentechnik

Die Digitalisierung der Bauwirtschaft stoppt nicht bei den Fassaden. Für Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden (VHF) erarbeitete der Fachverband FVHF eine einheitliche BIM-Strategie.

Der Weg zur Implementierung internationaler digitaler Planungsstandards in Deutschland gelingt nur durch Änderungen in der Planungskultur, mit Transparenz und durch einheitlicheDatenstandards. Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden e. V. (FVHF) arbeitet seit 2016 an einer Strategie, international einheitliche Standards zur Beschreibung von Produktmerkmalen und Austauschprozessen als „Prinzipien des Digitalen Planen und Bauens mit Vorgehängten Hinterlüfteten Fassaden (VHF)“ zu etablieren.

Als Branchenvertreter versammelt der FVHF im Mitgliederkreis Hersteller, Fachverleger und Fachplaner der Bauart Vorgehängte Hinterlüftete Fassade und fördert im Rahmen seiner Arbeitin Arbeitsgruppen und Workshops die Lösung von gemeinschaftlichen Aufgaben.

Dazu gehören, neben den aktuellen Fragen rund um das zukünftige Prozessmodell, Überlegungen zu Datenformaten und Datenaustauschprozessen. Digitales Planen und Bauen mit VHF bedeutet, die Bauart insgesamt und alle ihre Komponenten international einheitlich, effizient, eindeutig, maschinenlesbar und interoperabel beschreiben zu können.

Hierzu muss es allgemeingültige Branchenverabredungen zu qualitätsgesicherten Strukturen und Inhalten geben, die alle europäischen und nationalen Technikregeln sowie die europäischen Marktanforderungen der gesamten VHF-Wertschöpfungskette berücksichtigen.

Derzeit gibt es zwei Schwerpunkte in der Umsetzung einer erfolgreichen FVHF-BIM-Strategie: Um Fassadenprojekte der Bauverwaltungen in Deutschland öffentlich und neutral ausschreiben zu können, bietet das Standardleistungsbuch (STLB-Bau) Leistungsbereich 038 „Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden“ fachgerechte Inhalte und Strukturen.

Für den privatrechtlichen und internationalen Bereich empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit international anerkannten, neutralen und offenen Datenbanksystemen wie z. B. dem buildingSMART Data Dictionary (bsDD). Den internationalenAnsatz des VHF-BIM-Fachmodells auf der Grundlage des bsDD hat der FVHF bereits 2016/2017 in seiner Leitlinie „Prinzipien des Digitalen Planen und Bauens mit VHF“ definiert.

VHF-BIM-Prozessmodell

Das VHF-BIM-Prozessmodell beschreibt die Anwendung von BIM im Hinblick auf die veränderten Interessen, Ziele und Rollen der Hersteller, Verarbeiter und Planer von VHF. Zudem werden die zukünftigen modellbasierten digitalen Informationsprozesse und Anwendungsfälle sowie die daraus resultierenden Informationsbedarfe betrachtet.

Das Prozessmodell strukturiert den zukünftigen Gesamtprozess des Digitalen Planens und Bauens für die Bauart VHF und verbessert das Verständnis der Abläufe, Inhalte und Aufgaben. Es dient den Mitgliedsunternehmen zum strategischen Aufbau zukünftiger Strukturen, neuer Abläufe und Geschäftsmodelle.


VHF Teilmodell – Kontext Gesamtsystem (Bild: Siegfried Wernik, DhochN Digital Engineering GmbH, 2017)

 


VHF Teilmodell (Bild: Siegfried Wernik, DhochN Digital Engineering GmbH, 2017)

VHF-BIM-Produktdatenklassifizierung

Die Voraussetzung für die umfassende Verbreitung und Implementierung neuer Systeme, Arbeitsweisen und Technologien sind Datenstandards, auf deren Grundlage sich vielfältige Softwareanwendungen und Prozessdienstleistungen entwickeln können. Die Bauart der VHF und ihre Komponenten müssen möglichst international einheitlich und auf der Grundlage verbindlicher Regeln maschinenlesbar klassifiziert werden.

Das VHF-Datenmodell folgt der Beschreibung des Subsystems der Bauart VHF und ihrer Systemkomponenten. Es strukturiert und codiert die konkreten Eigenschaften der einzelnen VHF-Bestandteile und Produkte auf der Grundlage der Anforderungen aus dem Informationsinput und -output mit Bezug zu einer neutralen Produktdatenbank (Merkmalserver).


bSDD Content & Quality Management Concept (2017) (Bild: buildingSMART international)

Die Umsetzung der FVHF-Leitlinie ist im vollen Gange. Der FVHF hat mit der Klassifizierung der Bauart VHF, der Beschreibung der grundsätzlichen Anwendungsfälle, Informationsbedarfe und Datenübergabe-Szenarien begonnen. Es folgen die Definition von Attribute-Listen und FVHF-Basis-Produktdaten-Templates für die VHF-Komponenten „Unterkonstruktion“ und „Naturwerksteinbekleidung“. Weitere Bauart-Komponenten sind für 2019 geplant.

 

Bilder
Deutscher Fassadenpreis 2018 für Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden. Anerkennung: Futurium Berlin. Architekten: Richter Musikowski Architekten PartGmbB, Berlin (Bild: Richter Musikowski, Berlin)
Deutscher Fassadenpreis 2018 für Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden. Anerkennung: Futurium Berlin. Architekten: Richter Musikowski Architekten PartGmbB, Berlin (Bild: Schnepp Renou, Berlin und Paris)
© Dacian Groza, Berlin
Deutscher Fassadenpreis 2018 für Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden. Anerkennung: Futurium Berlin. Architekten: Richter Musikowski Architekten PartGmbB, Berlin
Autor

Dipl. Wirtsch.-Ing. (FH) Ronald Winterfeld, Master of Business Marketing (MBM), studierteTechnologie der metallverarbeitenden Industrie an der Ingenieurschule für Maschinenbau Schwerin, Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und Technischen Vertrieb und Marketing an der Freien Universität Berlin. 2011 übernahm er die Geschäftsleitung und 2013 die Geschäftsführung des FVHF e. V. Die Schwerpunkte seiner Arbeiten liegen in den Bereichen Digitales Planen und Bauen, Serielles und modulares Bauen, Aus- und Weiterbildung und Brandverhalten von Baustoffen. fvhf.de

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