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Christian Scheck

Die Karten werden neu gemischt!

Kommentar: BIM und Immobilienwirtschaft

BIM bricht mit gewohnten Bauabläufen und ermöglicht höhere Renditen – diesen Chancen muss sich die Immobilienwirtschaft stellen.

Building Information Modeling (BIM) ist nicht nur eine Frage der Ausbildung von Architekten und Projektentwicklern oder von Baustellenlogistik. Eine Technologie wie BIM bedeutet auch Informationstransfer – vom Bau zur Immobilie, vom Architekten zum Nutzer und Investor. Die Gestaltung dieses Transfers liegt in den Händen der Immobilienwirtschaft – d. h., in den Händen von Nutzern, Projektentwicklern und Investoren.

Bauphase wie in Stein gemeißelt

In der Bauphase bleibt häufig kein Platz mehr für Visionen und Planungsprozesse. Nachträgliche Änderungen sind häufig mit viel Aufwand verbunden, der sich sowohl auf die Zeit- als auch auf die Kostenplanung auswirkt. Der Ist-Zustand wirkt wie in Stein gemeißelt, jede kleine Änderung zieht nicht selten Bauverzögerungen nach sich. Das beeinflusst sowohl die finanzielle als auch die zeitliche Planbarkeit. 

Doch mit BIM werden die Karten neu gemischt! Mittels BIM auf die Zukunft bauen, die Zukunft modellieren und in die Zukunft investieren. Diese drei Komponenten spiegeln die Zusammenhänge von Bau- und Immobilienwirtschaft optimal wider.

Die Immobilienbranche hat heute die Chance zu gestalten, damit sie nicht morgen lediglich darauf reagiert, was die Bauwirtschaft entwickelt. Das heißt, die Investoren, Entwickler und Nutzer müssen heute artikulieren, wo die Technik dem Anwender morgen Erleichterung verschaffen soll. 

Kürzere Bauzeiten, höhere Rendite

Artikulieren geht hier einher mit organisieren. Wir können uns nicht zurücklehnen und darauf ausruhen, dass bisher nur wenige Planer, BIM-Manager und Projektentwickler digitale Tools beherrschen. Stattdessen gilt es, die Herausforderung anzunehmen und anzugehen, aktiv auf die Vorteile aufmerksam zu machen: BIM steigert maßgeblich die Transparenz, wodurch nicht nur Bauzeiten verkürzt und Planungs- sowie Baukosten reduziert, sondern auch Risiken minimiert und Margen sowie Renditen maximiert werden können.

Für den Projektentwickler und Investor bedeutet dies konkret: mehr Vertrauen bei den Banken, schnellere Deal-Abwicklung, fixes Einzugsdatum der Mieter. Und auch nach Kaufabschluss profitiert der Eigentümer: Mängelmanagement sowie Property- und Facility-Management-Prozesse werden optimiert, Neuvermietungen und etwaige Flächenanpassungen vereinfacht. 

BIM fungiert für alle Segmente als Qualitäts- bzw. Gütesiegel und steigert über die Lebensabschnitte eines Objekts hinweg die Effizienz. Das ist ein dickes Plus für alle Projektbeteiligten.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Savills Immobilien Beratungs-GmbH.

Christian Scheck spricht am 28. November 2018 auf der BIM World München zum Thema „Value of BIM for the Real Estate Industry“.
 

© (Bild: Gina Sanders/stock.adobe.com)
Autor

Christian Scheck ist studierter Architekt und Immobilienökonom. Seit 2015 leitet er die Abteilung Occupier Services bei Savills in Deutschland. In dieser Funktion ist er auf die Beratungs- und Unterstützungsleistungen für Nutzer gewerblicher, betriebsnotwendiger Immobilien spezialisiert. (Bild: Savills Immobilien Beratungs-GmbH)

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